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Orte und Zeiten
Béla Bartóks Oper dient als Ausgangspunkt für „Blaubart 2.0“, eine experimentelle Neuinterpretation der düsteren Legende von Andrea Costanzo Martini.
Er ist ein Widerling: Der mysteriöse Herzog Blaubart hütet hinter den Türen seiner Burg blutige Geheimnisse. Der italienische Choreograf Andrea Costanzo Martini nahm sich Béla Bartóks Oper vor und suchte zusammen mit der Tanzkompanie des Musiktheater im Revier nach dem Blaubart in jedem von uns. „Blaubart 2.0“ überzeichnet und hinterfragt lustvoll die zentralen Motive des Schauermärchens. Nackte Frauen-Gliedmaßen ragen aus einer Öffnung in der Bühnenwand, männliches Imponiergehabe bis zum Anschlag, alle Tänzer*innen erinnern tragen Bart. Das junge Ensemble macht sich lustig über die alte Geschichte und hat offensichtlich jede Menge Spaß dabei.