Auf der Bühne steht eine Konstruktion aus mehreren Ebenen, Türen öffnen und schließen sich, vier Performer betreten den Raum, durchqueren ihn, ihre Wege kreuzen sich und die perfekt abgestimmte Choreografie nimmt rasant an Fahrt auf. Bald rennen die vier, klettern in die Höhe, tragen und überschlagen sich, stoßen sich ab und fangen einander auf, während um sie herum das gesamte Bühnenbild ins Wanken gerät. In der Installation aus Wänden und Türen, die sich drehen, schweben, kippen und ständig neu austariert werden müssen, entfaltet sich ein ständiges Ringen um Gleichgewicht. Jeder Schritt birgt die Gefahr des Sturzes. Jeder Moment fordert absolute Wachsamkeit. Jede Berührung verhandelt das Verhältnis von Nähe und Distanz. Unabhängigkeit und Gemeinschaft werden zu einem Balanceakt:
Individuelles Streben und die Notwendigkeit, einander zu vertrauen, werden permanent neu ausgelotet. Das dynamische Bühnenbild treibt die Artisten immer wieder an ihre Grenzen, die auf und zu schwingenden Türen werden zu Schwellen, an denen sie sich entscheiden müssen – für den Schritt ins Ungewisse oder für das Innehalten in Sicherheit. Und immer wieder wird erlebbar: Die schwindelerregenden Schräglagen ihrer Welt können sie nur gemeinsam balancieren. „Exit“ ist ein waghalsiger Flirt mit dem Risiko, ein poetischer Tanz am Rand des Gleichgewichtsverlusts und ein Wunder akrobatischer Präzision.