
Für die Ausstellung haben die Künstlerinnen in der unwirklich anmutenden Landschaft der kapverdischen Insel Boa Vista drei archetypische Figuren geschaffen. Da gibt es die Windfigur der roten Steinwüste – Geschwindigkeitswächterin und Hüterin der Zeit. Mit ihr beginnt die Zeit und damit das Wehen des Windes. Die zweite Gestalt ist die Windfigur der blau-grauen Steinwüste. Sie strebt danach, die Landschaft zu überschreiben, sie auszugestalten, eine Lebens- bzw. Blutspur zu legen. Als Drittes gibt es die Figur der hellen Sandwüste als Trägerin der Erinnerung, als Klangspeicher und Echo zugleich.
Im Diözesanmuseum wird das unsichtbare und zugleich kraftvolle Element Wind als spirituelles Phänomen thematisiert. Die Windfiguren der Künstlerinnen treten in einen Dialog mit jahrhundertealten Objekten, mit Skulpturen, Gemälden oder Bronze-Geräten und legen dabei deren spirituellen Kern frei. Herausragende Sammlungsstücke des Museums, wie die mittelalterliche Madonna des Bischofs Imad († 1076) oder Darstellungen der apokalyptischen Frau auf der Mondsichel sind durch ihre Verbindung mit den Windfiguren in ganz neuen Zusammenhängen erlebbar.

Konzert im September
Abschluss und Höhepunkt des Windprojekts ist eine große audiovisuelle Inszenierung am 20. und 21. September 2025. Das Konzerterlebnis mit Live-Video, Stimme, Live-Elektronik und Chor ist eigens konzipiert für die Architektur des Diözesanmuseums. Mit dabei ist die Mädchenkantorei des Paderborner Doms; für sie komponiert Sängerin und Klangkünstlerin Franziska Baumann Stimmmaterial, das gemeinsam mit dem Leiter der Kantorei, Patrick Cellnik, erarbeitet wird.


