
Das Museum im Geburtshaus Ludwig van Beethovens zählt nicht nur zu den meistbesuchten Musikermuseen der Welt. Zudem wartet es regelmäßig mit bemerkenswerten Sonderausstellungen auf. In diese Kategorie gehört auch eine Schau, die Musikobjekte des Bonner Künstlers Jan Karczewski mit Holzblasinstrumenten aus der Sammlung Josef Zimmermann in einen Dialog bringt.
Ein ungleiches Gespann. Während die historischen Musikinstrumente (gefertigt zwischen 1600 und 1900), die der Dürener Josef Zimmermann (1881–1976) zusammengetragen hat, in erster Linie pragmatischen Zwecken dienen sollten, täuschen Karczewskis Objekte Musikalität nur vor – freilich mit einem Augenzwinkern. Der Pole, geboren 1956 in Warschau, gelangte Anfang der achtziger Jahre nach Bonn. Als Mitarbeiter der dortigen Bundeskunsthalle kam er mit unterschiedlichsten Kunstrichtungen und Kunstschaffenden in Berührung. Gemälde und Collagen gehören ebenso zu Jan Karczewskis Werk wie Objekte und Skulpturen.
Etwas Spielerisches geht von seiner „Tonkunst“ aus. „Durch die Neuinterpretation alter Gegenstände, die Jan Karczewski für seine Kunst verwendet, tritt an die Stelle ihrer ursprüngliche Funktion eine neue Ästhetik“, erläutert Nicole Kämpken, Leiterin des Museums Beethoven-Haus. „Die Skulpturen wirken zugleich fremd und doch seltsam vertraut. Erst auf den zweiten Blick enthüllt sich in ihrer Erscheinung etwas Absurdes oder Witziges.“ Ob der Ahnherr des Museums, Ludwig van Beethoven, an Karczewskis Musikinstrumenten Gefallen gefunden hätte, das würde man gern wissen. Die Spekulation darüber ist Teil des Ausstellungserlebnisses.
