„Ziemlich beste Freunde“ von Nackache und Toledano
bis 30.05.12

15 Millionen Franzosen haben diesen Film gesehen und mehr und besser gelacht, als wenn sie sich über die Provinzler aus Nord-Pas-de-Calais („Willkommen bei den Sch’tis“) amüsieren oder in „Die fabelhafte Welt der Amélie“ eintauchen. Die Geschichte ist simpel, aber wirksam. Und beruht vor allem auf dem Gegensatz, man könnte auch sagen: einem Schwarzweiß-Schema. Hier Philippe (Francois Cluzet) der reiche, nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselte Mann im atemberaubend mondänen Palais in Paris, der keine Bewegung mehr machen kann und nur noch über seine Sinnesorgane verfügt. Dort der wegen Raubüberfalls verurteilte, soeben aus dem Gefängnis entlassene Senegalese Driss (Omar Sy), der sich ohne viel Bemühen um den Pflege-Job bewirbt, weil er seine Auflage als Arbeitsloser erfüllen muss, und überraschend von Philippe engagiert wird.  

Sie raufen sich zusammen und haben es gut miteinander. Der clash of culture und die Ungleichheit und Schieflage der beiden erlaubt schönste Drehbuch-Möglichkeiten, die noch dadurch gesteigert sind, dass Autor und Regisseur Olivier Nackache und Eric Toledano sich auf eine wahre Begebenheit berufen können. Der echte Philippe heißt Pozzo di Borgo, war Direktor der Champaganer-Fabrikation Pommery und hat über sein Schicksal ein Buch geschrieben. Wir sehen ihn und seinen „ziemlich besten Freund“ Abdel Sellou am Ende des Films auf einem Berggipfel: Gipfelstürmer, die Widerstände und sich selbst überwunden haben, die Höhen und Tiefen bewältigt, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Toleranz gelernt haben.   

Das ist herzrührend, komisch und kalauernd, sentimental und doch auch realistisch genug, um die Grenzüberschreitung von der Schnulze zum Lebens- und Sozialdrama, das den alltäglichen Rassismus und die Diskriminierung kennt, zu passieren. Flott und frech erzählt und ohne längeres Verweilen bei nahe liegenden Problemen, rollt die Story von einer Episode zum folgenden Gag, von einer Drôlerie zur nächsten clownesken Nummer, was aber niemand zu verübeln ist, schon gar nicht dem vorzüglichen und vergnüglichen Duo Cluzet & Sy.

 

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Seit zwei Jahrzehnten sorgt die Düsseldorfer Jazz Rally für die Rundumbeschallung einer ganzen Stadt.

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