„Und dann der Regen“ von Icíar Bollaín
bis 20.05.12

Sebastián (Gael García Bernal), ein idealistisch gesonnener Regisseur, dem der Produzent auf die Finger guckt, will alles anders machen in seinem Film über den Konquistador Christoph Kolumbus: kein Heldenepos, sondern die historische Wahrheit über Eigennutz, Habgier, Versklavung und Völkermord; er will den Mythos der Entdeckung demontieren. Trotzdem gilt für ihn: „Der Film kommt immer an erster Stelle“, womit Sebastián in gewisser Weise in die Spur der Eroberer tritt. 

Zuerst werden unter den Indios im bolivianischen Hochland von Cochabamba Statisten gecastet. Daniel (Juan Carlos Aduviri) bekommt die Rolle von Hatuey, einem Häuptling der Ureinwohner, die die spanischen Herren des Goldes wegen grausam unters Joch zwingen. Während die Filmcrew in ihrer Selbstbezogenheit debattiert über Kirche, König, Kolonisation und Kommerz, müssen sich die Indios einer konkreten Okkupation erwehren.

 Es ist die Zeit des so genannten Wasserkrieges im Jahr 2000, als die Regierung an Konzern-Multis die Rechte am blauen Element verkaufen wollte, um den Staatshaushalt zu sanieren. Die Bevölkerung leistet Widerstand gegen die Absicht, Quellen, Seen, Flüsse und „Even the Rain“ – dies die Übersetzung des Originaltitels „Tambien la Iluvia“ – zu kapitalisieren.

Einmal schwebt ein Kreuz an einem Helikopter in den Lüften: zum Zeichen der Eroberung, wie vor 500 Jahren, als Kolumbus und seine Leute an der Westküste von Südamerika landeten. Der moderne Kreuzzug aber wird mit der Kamera geführt. Das Kreuz ist nur ein Requisit im Drehplan. 

Geschichte wiederholt sich und ändert dabei ihre Gestalt. Die spanische Regisseurin Icíar Bollaín konstruiert in Mehrfach-Überblendung, Schichtung und sich spiegelnder Reflexion ein intelligentes Vexierbild, in dem das Drama eines Landes und Kontinents sichtbar wird und alles eine Doppelbedeutung annimmt: hier der fake des Films, dort die authentische Situation der Darsteller, die für ein paar Dollars neuerlich ausgenutzt werden – von denen, die eine andere Geschichte erzählen wollen über Ausbeutung im historischen Gewand. Es bleibt ein Akt der Inbesitznahme. Wobei Bollaíns kritisch geschärfter Blick das eigene Metier deutlich einbezieht. Der engagierte Filmemacher, der aufklären, politisch wirken und Engagement zeigen will, folgt zuletzt doch nur der eigenen Besessenheit und stillt seinen Ehrgeiz. Ein Ausbeuter mehr.

 

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Walter Moers

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Chris Kraus erzählt von "Poll"

Poll“, benannt nach dem baltischen Ort und dem Gut, liegt an der Ostsee. Dort spielt die Familien- und Liebesgeschichte, die Chris Kraus erzählt, kurz vor dem Ersten Weltkrieg. So wird sie auch zur politischen Geschichte.

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Es ist eine Tyrannei des Glücks vor dem Hintergrund des Braunkohleabbaus, die die 1978 geborene, in Wuppertal lebende Autorin Anne Lepper in ihrem Familiendrama "Käthe Hermann", ihrem zweiten Bühnenstück, zeigt. Es wurde am Theater Bielefeld uraufgeführt.

„Hinter der Tür“ von István Szabó

Von einer seltsamen Frau erzählt Oscar-Preisträger István Szabó in seinem Kammerspiel „Hinter der Tür“ auf altmodisch bedächtige Weise und nicht ohne Humor. Er legt Dinge offen, die in Ungarns Geschichte, die Nazi-Zeit und die Verfolgung der Juden zurückreicht. Helen Mirren spielt die Putzfrau Emerenc.

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1848 gegründet, dürfte der Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten einer der ältesten seiner Art in Deutschland sein. Im Besitz des Malkasten – und damit autonom in Künstlerhand – sind das Jacobihaus mit Gesellschaftsräumen und Archiv, in dem Quellen zur Geschichte der bildenden Kunst gesammelt

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Nur gucken! So lautet meist die Ansage in Museen und Ausstellungen. Wie das der Nachwuchs findet? Eher doof. In der „Phänomenta“ in Lüdenscheid gilt indes das Gegenteil – hier ist Anfassen ausdrücklich erlaubt. Denn die „Phänomenta“ ist kein Museum der herkömmlichen Art mit Skulpturen und Gemälden, sondern ein „Science Center“, das mit Experimenten

Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn ist das größte Computermuseum der Welt. Benannt ist es nach dem Paderborner Computerpionier und Unternehmer Heinz Nixdorf. Das am 24.10.1996 eröffnete Haus zeigt auf 6.000 m² Ausstellungsfläche die Geschichte,

Joachim Król

Als sein Schauspieler-Vorbild nennt Joachim Król den zwanzig Jahre älteren Briten Sir Anthony Hopkins. Vom Typ her kann das verwundern, weil zwischen dem aristokratischen Gentleman und dem 1957 in Herne geborenen Bergmannssohn mit polnischen Vorfahren kaum Ähnlichkeit besteht.

Roger Ballens "Fotografien 1969 – 2009" im MARTa

Roger Ballen hat die Kamera nicht – wie viele seiner südafrikanischen Kollegen – als Waffe im Kampf gegen das Apartheidsregime gehandhabt. Morddrohungen haben ihm seine Bilder dennoch eingebracht.

„Dame, König, As, Spion“ nach John le Carré

John le Carrés 1974 erschienener Smiley-Roman „Dame, König, As, Spion“ ist alles andere als ein James-Bond-Abenteuer: kein Casino Royale, keine Damen mit Unterleib, keine glamourösen Schurken, keine raffinierten Playmobile von Q. Wir schauen ins Graugesicht des Geheimdienstes. Ganz oben im „Circus“ des britischen Auslandsgeheimdienstes MIS soll ein Maulwurf nisten – Smiley (Gary Oldman) wird ihn finden.

„Drive“ von Nicolas Winding Refn

Er kann es in seiner Coolness mit den Helden des klassischen Hollywood aufnehmen. Auch der Darsteller des "Driver" selbst: Ryan Gosling, Shootingstar der Kino-Saison. Driver arbeitet als Automechaniker, gelegentlich als Stuntman und erledigt ab und an krumme Dinger.

„Schöne Tage" am Theater Oberhausen

Als „proletarische Operette“ stellt sich das musikalische Projekt „Schöne Tage“ vor. Oberhausens Theatermusiker Otto Beatus montiert dazu Songs von Pink Floyd und Nick Cave in die turbulente Handlung. Erzählt wird eine Geschichte, die Hauptmanns Tragikomödie „Die Ratten“ in die Zukunft des Jahres 2031 fortschreibt.

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„Kleiner Mann – was nun?“ ist ein Roman vom Leben in der Krise – und wie ein Paar sich gegen den Abstieg stemmt. Das Buch ist 1932 erschienen, geschrieben hat es Hans Fallada. Jetzt ist es in Bochum als Stück auf die Bühne gekommen, in der Regie von David Bösch.

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Auch wenn die Bundesregierung fast vollständig nach Berlin umgezogen ist – die deutsche Nachkriegsgeschichte bleibt mit der ehemaligen Hauptstadt fest verbunden. Im Haus der Geschichte kann man einen Blick in die jüngere Vergangenheit werfen, von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Bereits 1982 schlug der damalige Bundeskanzler

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Früher war mehr Glamour. Im Nibelungenlied musste Siegfried die Tarnkappe noch hochdramatisch dem Zwerg Alberich entreißen, um an den Nibelungenschatz zu gelangen; Simon Bloch findet sie dagegen in einer Alditüte in der hintersten Ecke seines Kleiderschrankes. Überhaupt ist Blochs Existenz eher unspektakulär, er hat sich eingerichtet in einem überschaubaren Leben.

„Ziemlich beste Freunde“ von Nackache und Toledano

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