Theater Bonn

„Theater Bonn“ heißt es seit einigen Jahren schlicht und einfach. Unter dem Oberbegriff sind Sprech- und Musiktheater vereint. Die Sparte Tanztheater bzw. Ballett wurde mit dem letzten Choreografen Johann Kresnik beendet und der Verlust durch die Gastspielreihe „Highlights des internationalen Tanzes“ abgemildert. Den Bühnenberserker Kresnik hatte Klaus Weise an Bonn gebunden, der seit 2003 die Generalintendanz führt, nachdem er zuvor am Theater Oberhausen erfolgreich tätig war. Weise löste Manfred Beilharz ab, unter dessen langjähriger Leitung die Bühnen auch den „Regierungsverlust“ Bonns hinnehmen mussten, der mit Prestige, vor allem aber mit finanziellen Zuwendungen verknüpft war. Das Dreispartenhaus musste lernen, mit weniger Subventionen auszukommen. Die „Bonner Biennale“, von Beilharz und dem Dramatiker Tankred Dorst als wichtiges europäisches Autorentheater-Treffen etabliert, wanderte mit Beilharz nach Wiesbaden ab. In Bonn wurde ein alternatives Festival-Projekt entwickelt, das nach einigen Durchläufen allerdings dem Rotstift geopfert wurde. Im bürgerlichen Bonn sind die Spielstätten verteilt auf die im historischen Zentrum am Rhein gelegene Oper mit ihren gut tausend Plätzen plus Werkstattraum, auf die baulich aus den 50er stammenden Godesberger Kammerspiele (circa 450 Plätze) und die Halle Beuel. Im Musiktheater, dessen Angebot von Barockwerken über das italienische, französische und deutsche Repertoire bis hin zu experimentellen Produktionen reicht, ist das renommierte Beethoven Orchester Bonn unter Generalmusikdirektor Stefan Blunier ständiger Begleiter.

empfehlungen der redaktion
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„Mathilde Bäumler. Ein Dschungelstück“ in der Halle Beuel

Als „Stück zum Film zum Buch“ wird dieses gemeinsam von der Autorin Christa Pfafferott und dem Regisseur Alexander Riemenschneider entwickelte Projekt angekündigt. Doch es gab zuvor weder ein Buch noch einen Film, es gab nicht einmal ein Stück...

Maitanztage in der Oper

Die Oper Bonn tanzt in den Mai – fast den ganzen Monat lang. Vier hochkarätige Ensembles reisen mit je zwei Gastspielen an den Rhein.

Henrik Ibsens "Ein Volksfeind" in den Kammerspielen

Selbst ohne größere Aktualisierung drängen sich Parallelen zwischen Ibens mittlerweile 130 Jahre altem (Lehr-)Stück und unserer heutigen Wirklichkeit einem förmlich auf. Lukas Langhoff geht mit seiner Bonner Inszenierung, die zum Berliner Theatertreffen 2012 eingeladen wurde, noch einen Schritt weiter.

Bertolt Brechts „Leben des Galilei“ in den Kammerspielen

Im Grunde seines Herzens ist Bertolt Brechts Galileo Galilei ein durch und durch katholischer Wissenschaftler. Von den eher technokratischen Forschern des 20. Jahrhunderts trennen ihn Welten. Er ist zwar wie sie davon überzeugt, dass sich alle anderen Ideen...

Bonner Jazzfest

Beim Bonner Jazzfest gibt es von Fusion über Bigband-Jazz bis zu sanften Vokalisen so ziemlich alle Spielarten.

Ruhrfestspielhaus, Recklinghausen

Der Ursprung des ältesten Theaterfestivals Europas liegt in einem Akt der Solidarität, als Bergleute der Zeche König Ludwig 4/5 im harten Winter 1946/47 Kohle für die Hamburger Theater an der Besatzungsmacht „vorbeischleusten“. Als Dank revanchierten sich

„Der Blitz (Fukushima Sunrise)“ im Kleinen Schauspielhaus

Das Textmaterial für „Der Blitz (Fukushima Sunrise)“, das Erstlingswerk des noch unbekannten Dramatikers Fred Hundt, ist eine Art sprachliches Abfallprodukt der Reaktorkatastrophe in Japan. Die verstrahlten Sätze und von selbst zerfallenden Floskeln...

Wuppertaler Bühnen

Die Wuppertaler Bühnen sind bekannt für die intensive Zusammenarbeit der Sparten Schauspiel und Oper. Interdisziplinäre Projekte entstehen in beiden Häusern, zusammen mit Kooperationspartnern aus dem kulturellen Umfeld des Theaters. Der Focus des Musiktheaters liegt dabei auf den Ethnien, die in den heutigen Großstädten

„Der erhobene Zeigefinger“ am Jungen Schauspielhaus

Es gibt Momente, in denen muss der Zeigefinger einfach erhoben werden, zumindest symbolisch, sonst verändert sich nie etwas. Am Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf ist nun so ein Moment gekommen. Um endlich einmal etwas gegen die allgemeine Unruhe...

Grillo-Theater, Essen

Das Theater ist nach dem Industriellen Friedrich Grillo benannt, der die Errichtung des Hauses ermöglicht hat. 1892 eröffnet, ist es eine der ältesten Bühnen im Ruhrgebiet. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde das Gebäude mit einer neoklassizistischen Front-Fassade wiederaufgebaut und 1950 neu eröffnet.

Verdis „Il Trovatore“ in Bonn

In Bonn zeigt Dietrich Hilsdorf Verdis "Trovatore" in acht Bildern, deutlich voneinander abgegrenzt, sozusagen acht Mini-Opern, für die Dieter Richter eng dimensionierte, realistisch ausgestattete Räume gebaut hat. Auch musikalisch ist es ein großartiger Abend.

„Lessings Gespenster“ auf der Bühne des Schauspielhauses

So weit wie einst Joseph Beuys mit seiner Aktion „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ geht das kainkollektiv mit seiner „Heimsuchung nach Nathan der Weise“ nicht. Das Publikum wird nicht nur ins Theater eingelassen, es darf auch mit auf die Hinterbühne.

„Freie Sicht“ am Jungen Schauspielhaus

Manchmal schafft schon eine andere Perspektive freie Sicht. Also drehen die Performance-Künstlerinnen Isabel Dorn und Verena Ries die Zeit zurück. Der irrwitzige Schlusspunkt einer Tragödie elterlicher Paranoia wird zum Ausgangspunkt für ihr „Treibhaus-Projekt nach Marius von Mayenburg“.

1976 - Die Mülheimer Theatertage werden gegründet

Das Festival ist einmalig in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Die 1976 gegründeten Mülheimer Theatertage beschäftigen sich, wie ihr zweiter Name knapp sagt, mit „stücken“, weniger mit deren Inszenierungen.

„Jenseits von Eden“ am Stadttheater

Jenseits von Eden heißt in Christian Schlüters deutscher Erstaufführung von Ulrike Syhas Steinbeck-Bearbeitung vor allem jenseits von Eindeutigkeit. Alles und jeder hat in seinem mal überhöhten, meist aber einfach überzeichneten Pop-Amerika ein zweites Gesicht.

„Tief in einem dunklen Wald“ in der Werkstatt

Bruder und Schwester, ein Haus im Wald. Doch nichts ist so, wie es aussieht. Je mehr die Geschwister gegeneinander kämpfen, desto mehr wird deutlich: Hier ist ein Geheimnis versteckt. Deutsche Erstaufführung von Neil LaButes neuem Stück.

Molières „Der Geizige“ im Schloss

Es gibt wirklich kein Regietheater-Mittel und Klischee, dass dem Regisseur Philipp Preuss an diesem Abend im Moerser Schloss zu abgegriffen oder banal wäre. Aber genau so muss es sein. Schließlich inszeniert er Molières "Der Geizige" als ironische Abrechnung mit der konservativen Kritik am Regietheater.

PACT Zollverein, Essen

Anfang der 1990er Jahre entdeckten junge Choreografen die ehemalige Waschkaue der 1986 stillgelegten Zeche Zollverein in Essen für sich als Aufführungsort. Seit dem Umbau Ende der 1990er Jahre zum „Choreografischen Zentrum NRW" verfügt das Haus über zwei Bühnen und drei Studios.

„Haus am See“ in den Kammerspielen

Das Wort Familienfeier kann Ängste wecken. So ist es auch in Reto Fingers neuem Stück „Haus am See“, das in den Kammerspielen des Bochumer Schauspiels in der Regie von Anselm Weber uraufgeführt wurde.

„Der goldene Drache“ am Theater Aachen

Mit seinem extrem stilisierten Szenenreigen um ausgebeutete Illegale aus China und dumpfe, zu Hass und Gewalt neigende Deutsche hat Roland Schimmelpfennig einen Nerv getroffen. Seit er 2010 bei den Mülheimer Theatertagen mit dem Stücke-Preis ausgezeichnet...

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