„State of the Art Photography“ im NRW-Forum
04.02.12 bis 06.05.12

Die digitale Revolution, der globale Datenstrom, eine Bilderflut von nie gekanntem, kaum fassbarem Ausmaß. Alles Entwicklungen jüngerer Zeit, mit denen die Fotografie künftig leben muss. Aber wie soll das gehen? Manch einer beschwört  schon die große Krise des Mediums herauf, sieht gar das Ende nahen. Das NRW-Forum konstatiert dagegen nur den „großen Wandel“.

Nicht von Niedergang ist hier die Rede. Eher hat es die Ausstellung „State of the Art Photography“ darauf abgesehen, die grenzenlosen Möglichkeiten eines eindrucksvollen neuen Aufbruchs zu illustrieren. Mit 41 meist jüngeren Künstlern zieht diese Leistungsschau einen Querschnitt durch die aktuelle Fotografie. Und damit nicht genug – sie soll noch dazu zeigen, wie es in den nächsten Jahren weitergeht mit dem Medium.

Ziemlich unübersichtlich, so scheint es in Düsseldorf. Aber was will man auch anderes erwarten, wenn man so viele mit Fotografie arbeitende Zeitgenossen auf dafür doch eher engem Raum zusammenwürfelt. Da wird collagiert, dokumentiert, manipuliert, fleißig zitiert und auf längst Historisches referiert. Die Suche nach Richtungen bringt hier wenig. Interessant erscheint die Schau weniger als Trendbarometer, sondern eher als nebeneinander zum großen Teil jüngerer Positionen, unter denen sich manch eine Entdeckung machen lässt.

Laura Bielau (Jg. 1981) etwa, die in ihrer konzeptionell präzise zusammengestellten Serie sachlich gesehene Objekte, Landschaften, Gesichter reiht und dabei ausdrücklich Bezug nimmt auf den neusachlichen Fotografen Albert Renger-Patzsch.

Auf Alexandra Grein (Jg. 1983) wirkten dagegen offenbar die romantischen Stimmungslandschaften eines Caspar David Friedrich anregend. Ihre grünen Schluchten und  einsamen Gipfel, ihre in- und übereinander geschobenen Eisschollen sind allerdings weder gemalt, noch einfach fotografiert. Sie sind aus unzähligen Fragmenten zusammengestückt, die Grein im Internet zusammensucht. Malen mit Google-Earth sozusagen.

Eher bildhauerisch arbeitet dagegen Asger Carlsen (Jg. 1973), allerdings formt er seine Materie weder mit der Hand, noch mit Meißel oder Messer, sondern per Photoshop. Die Ergebnisse sehen gruselig aus: Völlig verstümmelte Leiber, die kopflos auf der Couch knien oder gleich einem Marmortorso im Regal ruhen.

Wie all die anderen im NRW-Forum soll auch Carlsen die Diskussion der kommenden Jahre bestimmen, so verheißt es die Ausstellung. Bei dieser doch recht kühnen Behauptung kann sie sich auf eine beeindruckende Experten-Riege berufen. Für die Auswahl der Künstler waren neben Werner Lippert vom NRW-Forum, Fotografenstar Andreas Gursky, der legendäre Modefotograf und Sammler F. C. Gundlach und Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie in Berlin, zuständig. Außerdem im Gremium: Klaus Biesenbach, Direktor vom P.S.1, dem zeitgenössischen Zweig des New Yorker Museum of Modern Art, Thomas Weski, früher Museumsmann, jetzt Professor und hervorragender Foto-Experte, Andréa Holzherr, Ausstellungsmanagerin bei der berühmten Agentur Magnum Photos. Und Thomas Seelig, Sammlungskurator am renommierten Fotomuseum in Winterthur.

Zu dessen Favoriten zählen Rico Scagliola (Jg. 1985) und Michael Meier (Jg. 1982). Gemeinsam haben die beiden ein gewaltiges Archiv zu Jugendszenen angelegt und aus dem Material eine Installation gemacht. Was das Thema angeht, referieren sie offensichtlich auf berühmte Kollegen – allen voran Nan Goldin. Gleichzeitig aber verleihen sie dem alten Gegenstand eine neue Medialität. Es ist keine einfache Diaprojektion mehr, sondern eine vielfache auf iPads, wo sich stehende mit bewegten Bildern mischen – eine Sprache, wie sie heute etwa aus Facebook-Alben geläufig ist.

Hier werden Dinge praktiziert, die vielleicht doch irgendwie bezeichnend scheinen für die junge Foto-Generation im NRW-Forum: Der bewusste, selektive Umgang mit der Masse an neuen und alten Möglichkeiten, die dezidierte Wahl der Mittel. Und immer wieder auch der Rückgriff auf die Fotografie- oder Kunstgeschichte. 

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Transsexualität und Travestie sind Themen, die die Kunst seit jeher faszinieren. Das androgyne Individuum ohne eindeutige Geschlechtsausprägung galt schon in den antiken Ursprungsmythen als etwas Besonderes.

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Schon das Äußere macht Eindruck. Vis-a-vis der schlichten Bundeskunsthalle plante Axel Schultes seinen bewegten Bau für das Bonner Kunstmuseum mit Wellen und Windungen, mit großen Fensterflächen und unregelmäßig gruppierten Säulen. Im Inneren findet sich ein anspruchsvolles, fließendes Raumkonzept

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Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft ist eines der jüngsten Museen des Landes. Es wurde 1998 gegründet und residiert im historischen „Ehrenhof“ nahe des Rheins, in einem 1925/26 von Wilhelm Kreis errichteten baulichen Ensemble gemeinsam mit der Tonhalle und dem museum kunst palast.

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Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

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Das Museum Folkwang gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Vor allem seine Sammlung der Klassischen Moderne ist einzigartig; Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus aus Hagen begründet, war sie dort ab 1902 zu sehen,

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Bis in die 1970er Jahre lagerte in der „Küppersmühle“ Getreide – seit 1999 ist hier die Kunst heimisch geworden. Die Basler Architekten „Herzog & de Meuron“ haben das ehemalige Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade zu einem Museum für zeitgenössische Kunst umgebaut.

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Markus Lüpertz wird wegen seines Auftretens und Lebensstils gern als Malerfürst bezeichnet. Seine Jugend war allerdings alles andere als aristokratisch. Am 25. April 1941 wurde er im böhmischen Liberec geboren. Die Familie floh 1948 in den Westen nach Rheydt.

1946 – Wiedereröffnung Kunstakademie Düsseldorf

Im September 1945 halfen die ersten Kriegsheimkehrer unter den Studenten bei den Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten der Kunstakademie Düsseldorf. Anschließend wurden Decken aus Trümmerschuttbeton hergestellt.

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Mit stolzer Selbstverständlichkeit hält die Frau den Speer, mit dem sie gerade einen Fisch aufgespießt hat. Das Foto aus dem Jahre 1988 zeigt sie von hinten im flachen Wasser gehend. Auf einem anderen Bild, von 1982, lächeln zwei Mädchen in die Kamera. Eines hält einen großen Reifen. Man erkennt, dass es Schwestern sind. Dass die beiden hinter ihrem alten Haus stehen, das bald zerstört werden sollte, kann man nicht sehen.

Jazz Rally

Seit zwei Jahrzehnten sorgt die Düsseldorfer Jazz Rally für die Rundumbeschallung einer ganzen Stadt.

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Das Fenster in der Kunst der letzten hundert Jahre. Man ahnt – das ist ein endloses Thema. Und ein eher trockenes dazu. Wer hat nicht alles Fenster gemalt, gebaut, beklebt, fotografiert, projiziert...

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Schicht auf Schicht: „Im Prinzip eine endlose Ablagerung.“ Per Kirkeby vergleicht es mit erdgeschichtlichen Prozessen, beschreibt seine Arbeit als „Summierung von Strukturen“. Und genauso sehen die Bilder auch aus.

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Joseph Beuys, am 12. Mai 1921 in Krefeld geboren und in Kleve und Kranenburg aufgewachsen, ist der Utopist des 20. Jahrhunderts. Er wollte die Welt durch Kunst erlösen und forderte die kreative Mitgestaltung der Gesellschaft ein.

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Richard III., das Monstrum, steht überlebensgroß in seinem körperlichen, seelischen und moralischen Defekt: „Hunde bellen, hink ich wo vorbei.“ Den Ausspruch nimmt Intendant Staffan Valdemar Holm für den akustischen Auftakt seiner auf leerer Bühne arrangierten Inszenierung am Düsseldorfer Schauspielhaus.

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1905 eröffneten Louise Dumont und Gustav Lindemann an der Karl-Theodor-Straße den Neubau des Düsseldorfer Schauspielhauses. Unter Leitung des kunstsinnigen Paares wurden Anspruch und Geschmack geformt. Es gründete zudem eine Theaterakademie, aus der u.a. Gustaf Gründgens hervorging, späterer

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Karl Heinrich Müller nannte seine Stiftung Insel Hombroich „einen offenen Versuch“ und ergänzte: „Sie ist kein Muss, sondern ein Darf. Sie ist nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.“

Museum für Gegenwartskunst, Siegen

Das Museum für Gegenwartskunst Siegen residiert im „Alten Telegrafenamt“, das 1996 vom Architektenbüro Kleihues & Kleihues schonend zum Museum umgebaut worden ist. Dafür wurde das wilhelminische Baudenkmal um einen konstrastierenden, kubischen Neubau erweitert,

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An der Rheinoper wird Dietrich Hilsdorfs dramatische Deutung des Puccini-Hits „Tosca“ wieder gespielt. Seinem Ruf als Meister der Dekonstruktion von Repertoireklassikern wird der Regisseur in seiner Produktion von 2002 besonders gerecht. Der französische Schriftsteller Victorien Sardou brachte seinerzeit das Rezept für einen Publikumserfolg auf die simple, doch wirkungsvolle Formel: “Quäle die Heldin.“

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