Museum Morsbroich, Leverkusen

Es schaut nicht danach aus, dennoch war das barocke Wasserschlösschen der erste Ort in Nordrhein-Westfalen, wo nach dem Krieg Gegenwartskunst einzog. Seit den frühen Fünfzigern tummelt sich in Leverkusens Museum Morsbroich die Avantgarde. In vielen kleinen Räumen, zwischen breiten Durchgangstüren und großen Fenstern mit Blick hinaus in den weitläufigen Park. Dies ist nicht der Ort für Ausstellungsspektakel in großem Format. Nein, das eher intime Haus hat ganz andere Qualitäten, die Kuratoren wie Künstler zu schätzen und zu nutzen wissen.

Museumsdirektor Markus Heinzelmann hat es sich zur Regel gemacht, die Künstler vor Ort eng einzubinden in die Konzeption ihrer Ausstellungen. Ein prominentes Beispiel bot Gerhard Richter, der, gelockt vom intimen Schlossambiente, Ende 2008 in Leverkusen erstmals seine kleinen privaten Fotoübermalungen öffentlich machte. Er kam selbst, um mit viel Zeit und Bedacht bei der Anordnung mitzuwirken. Richter ist ein alter Bekannter in Leverkusen – wie so viele seiner heute weltberühmten Kollegen. Noch vor dem Karrierestart kaufte das Museum ihre Stücke an. Allerdings lagert das Gros im Depot, denn auf Schloss Morsbroich fehlt es an Platz für eine echte Dauerausstellung. Das könnte sich demnächst aber ändern. Denn das Institut will zum Kompetenzzentrum für die Kunst der Fluxusbewegung werden und muss dazu räumlich expandieren. Die Pläne für einen neuen Erweiterungsbau im Park liegen schon auf dem Tisch.

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