Museum Folkwang, Essen

Das Museum Folkwang gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Vor allem seine Sammlung der Klassischen Moderne ist einzigartig; Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus aus Hagen begründet, war sie dort ab 1902 zu sehen, bevor sie 1922 von der Stadt Essen erworben wurde. Neben diesen Werken von Cézanne, Gauguin, van Gogh, Hodler, Kirchner, Manet, Marc, Matisse, Munch, Rodin, Schmidt-Rottluff und anderen Großmeistern aus den Gründerjahrzehnten der Moderne kann das Folkwang-Museum mit herausragenden Exponaten des 19. Jahrhunderts glänzen, etwa von C.D. Friedrich oder C.G. Carus. Heute umfasst die Sammlung 600 Gemälde, 280 Skulpturen und Installationen sowie 1.800 weitere Objekte, die bis in die künstlerische Gegenwart reichen. Neben einer umfangreichen grafischen beherbergt das Museum Folkwang auch eine herausragende fotografische Sammlung mit Schwerpunkt im 20. Jahrhundert, der Nachkriegszeit und Gegenwart. Zahlreiche, teils spektakuläre Wechselausstellungen stehen diesen ständigen Sammlungen zur Seite, allen voran große Retrospektiven zu Munch, van Gogh, Hopper, Picasso, Gauguin, Cézanne oder Turner. Da der Erweiterungsbau des Museums aus den 1980er Jahren baurechtlichen Anforderungen nicht mehr genügte, wurde er 2008 abgerissen und durch einen Neubau aus der Hand des renommierten Architekten David Chipperfield ersetzt.

Auf einem Sockel luftig schwebend, erhebt sich das neue Haus an der Bismarckstraße. Sein Inneres glänzt durch gelassene Eleganz, die lichte Klarheit des Äußeren aber bleibt bestimmend. Chipperfield hat die drei rechteckigen Ausstellungstrakte einfach nebeneinander gelegt, auf eine Ebene ohne Treppen oder Rampen. Innenhöfe und Fenster überall erleichtern die Orientierung und sorgen für schöne Durchblicke. Außerdem für viel Tageslicht, das auch durch die Deckenkonstruktion einfällt und dem Ganzen einen eigenen Reiz gibt - die Kunst je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit immer anders wirken lässt. Ohne Frage, ein großer Wurf.

Der Bau ist ein Geschenk der Krupp-Stiftung an die Stadt. In das Gesamtensemble ist nun auch das Deutsche Plakat Museum integriert, das zu den größten Spezialsammlungen weltweit zu rechnen ist.

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