Monika Sosnowska in Düsseldorf
24.04.10 bis 15.04.12

Spätestens seit der Venedig-Biennale 2007 ist sie eine feste und ziemlich gefragte Größe auf internationalem Kunstparkett. Monika Sosnowska hatte damals eine haushohe schwarze Stahlkonstruktion in den polnischen Pavillon gezwängt. Jetzt ist die Polin erste Wahl in der Düsseldorfer Kunstsammlung K21. Mit Sosnowska startet dort ein neues Projekt: Alle zwei Jahre sollen von nun an Künstler den imposanten Innenhof im Ständehaus für Eingriffe nutzen.

Genau der richtige Job für die 1972 geborene Künstlerin. Denn fantastische Raumskulpturen sind ihre Stärke, und Sosnowska schneidet sie fast immer exakt auf den Ort zu, für den sie bestimmt sind – sowohl inhaltlich als auch formal. So sah man sie in Düsseldorf denn auch zwei Wochen aktiv in der K21. Sosnowska dirigierte dort einen Trupp polnischer Handwerker – damit nichts schief laufe bei der Installation ihrer Arbeit.

Dort, wo einst die Kutschen der Landräte parkten, lässt die Künstlerin eine total lädierte Wendeltreppe schief und krumm von ganz oben fast 20 Meter weit hinab ins Foyer baumeln. Es sieht ganz so aus, als hätte sie jemand dort abgelegt, das schlaffe Ende oben locker über die Brüstung drapiert. Obwohl sie aus Stahl ist, scheint Sosnowkas Stiege alles Feste, Stabile fremd.

Das gedrehte Konstrukt ist offenbar inspiriert von Fluchttreppen, wie man sie in Polen an den Außenfassaden klassisch-sozialistischer Wohnblöcke angedockt findet. Die Künstlerin fügt also den vielen Stilen im historischen Ständehaus einen weiteren hinzu. Verformt und völlig nutzlos, mag das Relikt aus vergangenen Tagen für den Niedergang der modernistischen Utopie stehen, die sich im Osten vor allem in Ideen für den sozialen Wohnungsbau spiegelte.

Angesichts der verdrehten Architekturskulptur könnte einen wundern, dass Sosnowska in ihrer Heimat klassische Malerei studiert hat und sich durchaus auch als Malerin fühlt. Doch betrachtet man die schwarze Wendeltreppe genauer - wie sie sich einer Zeichnung gleich von der weißen Wand abhebt - ahnt man Sosnowkas malerische Herkunft.

 

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