Max Ernst Museum, Brühl

Am Bahnhof Brühl erfolgt bereits der Hinweis, dass sich die Stadt als Max-Ernst-Stadt definiert. Das war nicht immer so, das Verhältnis von Künstler und Heimatort war lange von Distanz und Ablehnung geprägt. Gewiss hat das Max Ernst Museum diese Versöhnung gestiftet. Im September 2005 wurde es nahe Ernsts Elternhaus eröffnet. Eingerichtet ist es in einem klassizistischen Palais aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im damaligen Ausflugslokal tanzte der 1891 geborene Max Ernst als Schüler, zuletzt wurde das Gebäude als Pflegeheim genutzt. Der U-förmige Altbau wurde um einen Neubau erweitert (Architektenbüros Thomas van den Valentyn / S. Mohammad Oreyzi); beide Häuser sind durch eine unterirdisch gelegene Kontaktstelle verbunden. Entstanden ist ein elegantes, luftig-leichtes Ensemble. Die Präsentation umfasst sieben Jahrzehnte des Jahrhundertkünstlers: seine Dada-Aktivitäten im Rheinland, die Beteiligung an der surrealistischen Bewegung in Frankreich, das Exil in den USA und die Rückkehr nach Europa 1953. Neben Bildern aus der Frühzeit verfügt das Haus über die ehemalige Sammlung Schneppenheim, die nahezu das gesamte grafische Werk Ernsts umfasst. Zentraler Bestandteil sind die 36 „D-paintings“ – Geschenke  von Max Ernst an seine Frau, der Künstlerin Dorothea Tanning. Zudem ist ein Konvolut von mehr als 700 fotografischen Dokumenten zur Biografie zu sehen – und mit 60 Objekten die weltweit umfassendste Skulpturensammlung. Zur Konzeption gehört es, die Dauerausstellung um „Schausammlungen im Wechsel“ zu Max Ernst zu ergänzen sowie andere Künstler zu zeigen, bislang etwa Paul Klee, Jean Tinguely, Neo Rauch und der Filmemacher David Lynch.

 

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