Wer weiß, was Emil Svanängen in den 80ern gemacht hätte – ohne günstige Aufnahmegeräte und das Internet. Wahrscheinlich hätte er allein vor sich hin geklampft, ein paar Songideen im Kopf, die am Ende niemand hört. In der Realität sind Svanängens Wohnzimmeraufnahmen ohne große Umwege auf dem renommierten US-Label Polyvinyl gelandet, diversen Musikblogs sei Dank. In den USA ist Svanängen denn auch bekannter als in Europa (mit der Ausnahme seiner Heimat Schweden). Aus der Ein-Mann-Band ist inzwischen ein kleines Orchester namens Loney Dear geworden. Mit der Belegschaft ist auch der Sound größer geworden. Das Wort "Kammerpop" greift inzwischen fast zu tief, andererseits klingt Svanängens Gesang immer noch so fragil, dass Loney Dear jede Art von Pomp abgeht. Zeugen des denkwürdigen Haldern-Auftritts vor ein paar Jahren wissen, was wir meinen.