Kunstquartier, Hagen

Nachdem Hagen 1922 Karl Ernst Osthaus’ bedeutende Sammlung von Werken der Klassischen Moderne an Essen verloren hatte, geriet die Stadt an der Volme für Jahrzehnte ins museumspolitische Abseits. Seit Mitte 2009, mit der Eröffnung des Hagener Kunstquartiers, steht Hagen aber wieder erheblich weiter vorn im Reigen der wichtigen Museen im Land. Dieses „Quartier“ besteht aus dem renovierten und sanft umgebauten Osthaus-Museum von 1898/1900 bzw. seinem Beton-Anbau von 1972 sowie dem Neubau des Schumacher-Museums direkt daneben, verbunden durch einen einladenden kleinen Platz. Emil Schumacher nämlich ist, neben dem visionären Mäzen Osthaus, der zweite bedeutende Sohn der Stadt, und allein ihm und seinen Werken ist dieses neue Haus gewidmet – dem Meister des abstrakten Expressionismus oder, wie manche sagen, des Informel. Über 500 Werke aus allen Schaffensperioden Schumachers sind hier auf zwei Etagen in großzügigen Räumen zu sehen – insgesamt bildet das Schumacher-Museum einen dreigeschossigen, fensterlosen Kubus, der von einer Glashülle umgeben ist und äußerst filigran wirkt. Das ebenfalls luftig gewordene Osthaus-Museum „kontert“ mit einer Sammlung der Klassischen Moderne, die zwar den damaligen Verlust nicht völlig kompensieren konnte, aber neben zentralen Werken des Expressionismus auch mit einer immensen Anzahl von Arbeiten Christian Rohlfs’ prunken kann. Beide Häuser zeigen jährlich mehrere Wechselausstellungen.

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