Judith Schalansky im Kunsthaus Alte Mühle
15.03.12 20:00

Inge Lohmark ist Lehrerin in Deutschlands östlichster Provinz, Sport und Bio. Um sie herum Pubertätssumpf, Kollegenzwistigkeiten, Eheödnis, Kleinstadtmief. Auch das Auto versagt immer wieder. Den Zumutungen des Lebens begegnet Lohmark mit der Harke ihrer Profession: dem Evolutionsbiologismus. Unter dessen ordnenden Zinken fügt sich unangenehmes Sozialverhalten zu den Mustern genetisch vorbestimmter Reizreaktion, werden die schlaffen Schüler der neunten als „Landwirbeltiere im Wachstum“ erkennbar: „Moschus und freigesetzte Pheromone“. Selbst die Liebe verliert ihre Magie und Unbeherrschbarkeit. Alles wird, alles vergeht, hat seinen Sinn oder eben keinen – „Der Mensch ein flüchtiges Vorkommnis auf Proteinbasis.“ Dermaßen naturwissenschaftlich abgekühlt ist auch die Familienflucht der einzigen Tochter erträglich; ebenso die Landflucht und Überalterung der Vorpommern, die zur Schließung von Lohmarks Schule führen werden. Es überleben eben nur die Fittesten.

Der knochentrockenen Weltsicht ihrer Protagonistin stellt Autorin Judith Schalanski eine ebensolche Sprache zur Verfügung. Aber auch diese zusammengekniffenen Lippen vermögen der Schönheit der Natur, dem Knospen, Wuchern, Sichverfärben, Ausdruck zu verleihen, Erscheinungen, die Lohmark nüchtern registriert, in Wahrheit aber liebt. Wenn das Eisen ihres Darwinismus auf das Fleisch der sie umgebenden Menschenwelt trifft, klingt es oft komisch, aber öfter noch bitter. Und nebenbei lernt man viel über Biologie. Von den zwei Theorien zum langen Hals der Giraffe aber erfahren wir nur eine: dass dem ein unablässiges Sichstrecken nach der Decke zugrunde lag, dessen Notwendigkeit auch für Menschen die Lehrerin ihren Schülern in endlosen Predigten einzubimsen versucht. Wie das Leben so spielt, wird der Lohmarksche Biologismus vom Gesetz der Evolution ins Abseits geführt. Und Judith Schalanski hat einen wenn auch thematisch schmalen, so doch fast perfekt durchkomponierten kleinen Roman verfasst, dem schon allein seiner enthaltenen Zeichnungen wegen eine ökologische Nische gewiss ist.

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Heine-Haus, Düsseldorf

Wahrscheinlich würde es Heinrich Heine „ganz wunderlich zu Mute“, wenn er sehen könnte, wie sich die Straße seiner Kindheit zur Kneipen- und Amüsiermeile gewandelt hat. 1797 wurde Heine im Hinterhaus der Bolker Straße 53 geboren.

Ralf Rothmann in der Buchhandlung Napp

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Helge Timmerbergs „African Queen“ in der Buchhandlung Ingo Klaus

Vielleicht hätte er einfach zu Hause bleiben sollen. Der Mann, der gefühlt schon überall auf der Welt gewesen ist; Verfasser von Büchern und Reisereportagen sowie gebürtiger Ostwestfale, war mal wieder unterwegs. Er hat sich reinquatschen lassen in dieses Abenteuer, fühlt sich eigentlich „überreist“ – wenn da nicht Lisa wäre, seine „African Queen“,

Europäisches Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen, Straelen

Am 10. Januar 1978 wurde das „Europäische Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen e. V.“ unter der Schirmherrschaft von Samuel Beckett, Heinrich Böll, Max Frisch, Robert Minder und Mario Wandruszka im niederrheinischen Straelen eröffnet. Hier finden jährlich etwa 750 Gäste aus aller Welt ideale Arbeitsbedingungen vor

Helge Timmerbergs „African Queen“ in der Thalia-Buchhandlung Bonn

Vielleicht hätte er einfach zu Hause bleiben sollen. Der Mann, der gefühlt schon überall auf der Welt gewesen ist; Verfasser von Büchern und Reisereportagen sowie gebürtiger Ostwestfale, war mal wieder unterwegs. Er hat sich reinquatschen lassen in dieses Abenteuer, fühlt sich eigentlich „überreist“ – wenn da nicht Lisa wäre, seine „African Queen“,

Helge Timmerbergs „African Queen“ in der Dreimann Buchhandlung

Vielleicht hätte er einfach zu Hause bleiben sollen. Der Mann, der gefühlt schon überall auf der Welt gewesen ist; Verfasser von Büchern und Reisereportagen sowie gebürtiger Ostwestfale, war mal wieder unterwegs. Er hat sich reinquatschen lassen in dieses Abenteuer, fühlt sich eigentlich „überreist“ – wenn da nicht Lisa wäre, seine „African Queen“,

Max Goldt im Stadttheater

Ob „Klofußumpuschelung“ oder „Rohlingsspindel“ – Max Goldt hat Erfahrung mit „sprachlichem Ungeziefer“ und breitet die ganze schreckliche Schönheit verunglückter Grammatik und abseitigen Wortbaus aus.

Klopsztanga – Polen grenzenlos NRW 2012/2013

Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

Ralf Rothmann in „Der andere Buchladen“

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Ralf Rothmann im Medienforum des Bistums Essen

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Die „Druckstellen“-Lesetour im Gasometer

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Felicitas Hoppe im Literaturhaus

Die 1960 in der Rattenfängerstadt Hameln geborene Felicitas Hoppe zählt zu den wichtigen Schriftstellerinnen ihrer Generation.

Wuppertaler Literatur Biennale: Abbas Khider in der viertelbar

Mitte der 1990er Jahre saß der 1973 in Bagdad geborene Schriftsteller Abbas Khider knapp zwei Jahre aus „politischen Gründen“ in einem irakischen Gefängnis ein. Danach folgt eine vierjährige Irrfahrt durch mehre Länder, die in einem Passauer Flüchtlingswohnheim endet. Khider wird als politisch Verfolgter anerkannt und bleibt in Deutschland.

Ruhr Museum, Essen

Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

Ralf König

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Kreuz, das ein bisschen aussieht wie ein christliches Tattoo, hat sich Ralf König im Alter von 12 Jahren auf den Oberarm experimentiert. Kinder, die wie König in einem katholischen Kuhdorf mitten in Westfalen aufgewachsen sind, tragen ihr Kreuz häufig ein Leben lang mit sich herum. Ganz tief in sich drin.

Museum Haus Lange / Haus Esters, Krefeld

Es sind zwei architektonische Perlen in der Museumslandschaft: Ludwig Mies van der Rohe, ein Hauptvertreter des Neuen Bauens, hatte die Backsteinvillen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts als Wohnhäuser für die Familien zweier Seidenindustrieller geplant.

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„Vom Wasser“, „Houwelandt“, „Hotel Angst“ – oft hat John von Düffel sich in seinen Roman durch die großen Familiengeschichten gefressen, durch Vergangenheit und Zukunft. In seinem neuen Buch ist er ganz auf sich und seinen Beruf konzentriert,

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Die Synagoge im Pulheimer Ortsteil Stommeln (Rhein-Erft-Kreis) ist eine der wenigen Synagogen in Deutschland, die die Reichspogromnacht 1938 unbeschadet überlebten – ein Jahr zuvor war sie unter dem Druck der antisemitischen Atmosphäre an einen Landwirt verkauft worden, der sie als Scheune nutzte. Seit 1991 dient der 1882

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Das Folkwang Tanzstudio (FTS), das 1928 von dem legendären Kurt Jooss gegründet wurde, kann auf eine 80jährige wechselvolle Erfolgsgeschichte zurückblicken. Choreografinnen wie Pina Bausch, Susanne Linke, Reinhild Hoffmann, Henrietta Horn und Choreografen wie Urs Dietrich und Mark Sieczkarek haben

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