„Eine Raumverschiebung“ nennt Jo Fabian seine Auseinandersetzung mit Thomas Manns „Mario und der Zauber“, und die gebiert wie der Schlaf der Vernunft Bilder und Szenen, in denen sich Sehnen und Fürchten, Traum und Albtraum untrennbar vermischen: In dem von zwei roten Wänden begrenzten Raum stehen drei weiße Krankenhausbetten, an denen jeweils ein langes Ruder befestigt ist. Das Fenster in der hinteren Wand hat eher etwas von einem Bilderrahmen. Die drei Männer, die hier stationiert sind, wirken mit ihren schwarzen Anzügen und ihren Melonen zumindest ein wenig deplaziert und wollen eigentlich auch nur weg. Doch eine seltsame Ärztin, deren linker Fuß in einem weißen Karton steckt, hat sie vollkommen unter ihrer Kontrolle.
Jo Fabian hat für sein in Kooperation mit dem Theater an der Ruhr entstandenes Projekt Thomas Manns epochale Erzählung nicht im klassischen Sinne adaptiert. Sein Ansatz geht weiter und zugleich tiefer. Er schlägt einen Bogen zu den Surrealisten, vor allem zu den Gemälden René Margrittes, aber auch zu den Obsessionen und Texten der Autoren um André Breton.
Manns Novelle um die Verführbarkeit des Menschen bildet dabei den Urgrund dieses verstörenden Theaterabends, der sich beständig im Grenzgebiet zwischen Pop und Performance, bildender Kunst und Literatur bewegt. So wie das Verdrängte immer wieder aus dem Unterbewussten zurück ins Bewusstsein kommt, so drängen Motive und Situationen aus „Mario und der Zauberer“ an die Oberfläche dieses absurden und doch erschreckend realistischen Spiels um Macht und Manipulation.
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