Hanns Dieter Hüsch

 

„Tach zusammen. Wie isset? Jut? Hauptsache!“ Das war lange Hanns Dieter Hüschs Eingangsritual. Harmlos klang das und pustete doch den Weg ins Ohr des geneigten Zuhörers frei. So unspektakulär schlich sich das selbsternannte schwarze Schaf vom Niederrhein an, um leisen Rat zu verabreichen. Kleine Zeichnungen einer überschaubaren Welt, in der sich doch das ganze Universum zu spiegeln schien, fertigte er. 

„Kleinkunst muss Mut machen. Wenn ich die christliche Zuversicht mit dem Brecht-Satz ‚Wollt nicht in Zorn verfallen, denn alle Kreatur braucht Hilf von allen’ mische und dann noch einen Schuss Entertainment reinbringe, dann haben Sie eigentlich den Hüsch, wo er herkommt und wo er hin will.“ Das hat er 1997, ein Jahr bevor der Krebs sich bemerkbar machte, zu seinem Jubiläum gesagt. Da stand Hüsch schon 50 Jahre auf der Bühne, oder besser gesagt: Er saß an seiner Orgel, drückte ein paar Tasten und blätterte akkurat Blatt für Blatt in seinem Manuskript um. Auf 70 Programme hat er es Zeit seines Lebens gebracht. Die meisten sind Liebeserklärungen an die Menschen und auch an seine Heimat, den Niederrhein, wo man in Moers heute noch Stadtführungen auf den Spuren des großen Sohnes veranstaltet. Sie führen zu seinem Grab, aber auch zu einer ihm gewidmeten Stele auf dem Hanns-Dieter-Hüsch-Platz.

Eines seiner ersten Chansons, mit dem er einst an der Uni Mainz auftrat, hieß „Der Mann, der nicht tanzen kann“ und verdeutlichte früh, wie Hüsch mit seinen Unzulänglichkeiten zu spielen verstand. Als er am 6. Mai 1925 in Moers geboren wurde, stimmte etwas mit seinen Füßen nicht, und der junge Hanns Dieter hatte Angst, die Nazis würden ihn bald abholen. Einige schmerzhafte Operationen später kam das mit den Füßen dann doch noch in Ordnung.

Hüsch war listig und verschmitzt, glaubte an christliche Werte und stand gleichzeitig engagiert auf gegen alle Spießer. Trotzdem wurde er in den 60ern von der Linken lange beschimpft als Clown, der die Verhältnisse verharmlose. Es entspann sich so etwas wie ein Lebenskampf. Dass der „Spiegel“ ihn zeitlebens nicht angemessen zur Kenntnis genommen hat, hat ihn gewurmt. Hüsch liebte die Menschen, liebte sein Publikum, auch wenn er es mit feinsinnigen Beobachtungen so schön in seiner Behäbigkeit zu stören verstand.

Am Schluss, im Dezember 2005, hatte er kein Publikum mehr. Auch konnte er seinen selbst erfundenen Adjutanten Hagenbuch nicht mehr aussenden, mal eben nachzuschauen, wie es denn auf der anderen Seite wohl aussehe, um hernach Bericht zu erstatten, ob es sich im Jenseits möglicherweise angenehmer lebe als in der Gegend zwischen Dinslaken und Moers. Der Krebs und ein Schlaganfall hielten ihn in seinem Kölner Haus. Briefe von Freunden und Fans konnte und wollte er am Ende nicht mehr beantworten. Das war verständlich, betrübte aber alle, die auch vom 80-jährigen Hüsch gern noch einmal jene berühmten Schlussworte gehört hätten, mit denen er stets bescheiden dem Applaus entfloh: „Tschüs zusammen!“

 

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2000 – Hanns Dieter Hüsch verlässt die Bühne

Die Krankheit hatte bereits Spuren hinterlassen, als sich Hanns Dieter Hüsch im Jahr 2000 nochmals eine Tournee zumutete. Es waren Abschiedsvorstellungen mit dem programmatischen Titel „Wir sehen uns wieder“ und die Zuschauer erlebten einen

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Das Düsseldorfer Kom(m)ödchen ist das dienstälteste Kabarett in Deutschland. Nicht weniger als eine Institution. Begonnen hat alles 1947, als die Gründer Kay und Lore Lorentz das erste Programm unter dem Titel „positiv dagegen…“ im Hinterzimmer einer Düsseldorfer Kneipe vorstellten

Die Heinzelmännchen

Das Heinzelmännchen gibt es nicht. Es gibt nur die Heinzelmännchen. Dabei handelt es sich um stets in der Gruppe auftretende Geschöpfe unbekannten Aussehens und unbekannter Größe, wobei das „chen“ darauf hinweist, dass wir es vermutlich mit sehr kleinen Lebewesen zu tun haben.

Max Goldt im Stadttheater

Ob „Klofußumpuschelung“ oder „Rohlingsspindel“ – Max Goldt hat Erfahrung mit „sprachlichem Ungeziefer“ und breitet die ganze schreckliche Schönheit verunglückter Grammatik und abseitigen Wortbaus aus.

Schlosstheater Moers

Das Schlosstheater Moers ist das kleinste städtische Theater Deutschlands. Die Initiative ging von Holk Freytag aus, der 1975 Gründungsintendant wurde. Gemeinsam mit seinem Ensemble hat Freytag, bevor er an die Wuppertaler Bühnen und im Anschluss ans Staatsschauspiel Dresden wechselte, mit seinem engagierten, experimentellen Theater

Max Goldt im Zakk

Ob „Klofußumpuschelung“ oder „Rohlingsspindel“ – Max Goldt hat Erfahrung mit „sprachlichem Ungeziefer“ und breitet die ganze schreckliche Schönheit verunglückter Grammatik und abseitigen Wortbaus aus.

John von Düffel im Domforum

„Vom Wasser“, „Houwelandt“, „Hotel Angst“ – oft hat John von Düffel sich in seinen Roman durch die großen Familiengeschichten gefressen, durch Vergangenheit und Zukunft. In seinem neuen Buch ist er ganz auf sich und seinen Beruf konzentriert,

Ralf Rothmann in „Der andere Buchladen“

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Ralf Rothmann im Medienforum des Bistums Essen

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Ralf Rothmann in der Buchhandlung Napp

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Götz Alsmann

In Götz Alsmanns Biografie stehen drei Termine dicht beieinander. Da ist der 12. Juli 1957 als Tag seiner Geburt vermerkt, das Jahr 1959 als jenes, in dem die Familie Alsmann einen Fernseher erwirbt, und in der Rubrik 1961 steht folgender Satz: „Götz beschließt, Musiker zu werden oder einen anderen Weg zu finden, ins Fernsehen zu kommen."

Bilderbuchmuseum, Troisdorf

Es gibt viele gute Gründe, mit Kindern zur Burg Wissem in Troisdorf zu fahren: Die Burg selbst samt ihres Wassergrabens. Der Park mit Wildgehege am Rande eines Naturschutzgebietes. Ein Abenteuerspielplatz. Das beste Argument aber versteckt sich im Inneren der Burganlage aus dem 16. bis 19. Jahrhundert: Ein Museum für historische und moderne Bilderbücher

Wilfried Schmickler im Senftöpfchen

Drei Jahrzehnte auf Kabarett-Tour durch Deutschland: zuerst mit den legendären „Matsche, Wörks und Pullrich“, dann im „3Gestirn“ und seit 2002 als Solist. Er gehört zum Stammpersonal der „Mitternachtsspitzen“, jeden Montag um kurz vor 11 stellt er

Hagen Rether in der Stadthalle

„Liebe“. Der Titel des Programms täuscht – gekuschelt wird woanders. Hagen Rether bringt gern mal einen Baseballschläger mit auf die Bühne. Auch verbal geht es in diese Richtung. Wer hier leichte Comedy-Gags über IKEA-Einkäufe oder Merkels Frisur erwartet,

Wuppertaler Literatur Biennale: Abbas Khider in der viertelbar

Mitte der 1990er Jahre saß der 1973 in Bagdad geborene Schriftsteller Abbas Khider knapp zwei Jahre aus „politischen Gründen“ in einem irakischen Gefängnis ein. Danach folgt eine vierjährige Irrfahrt durch mehre Länder, die in einem Passauer Flüchtlingswohnheim endet. Khider wird als politisch Verfolgter anerkannt und bleibt in Deutschland.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Gasometer

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Dortmunder U

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Abschiedstour: René Mariks "KasperPop" in der Stadthalle

Dieser Maulwurf hat es nicht leicht: Er ist blind, hat einen schlimmen Sprachfehler und kam in René Mariks früherem Programm „Autschn!“ in tragischer Weise ums Leben. Aber: Er lebt! Merkwürdigerweise. Und stürzt sich mit dem Kermit-Verschnitt Falkenhorst,

Die Bude

Es gibt wohl keinen anderen Ort, der so sehr das Ruhrgebiet verkörpert und gleichzeitig sein eigenes Klischee ist. Sicher, auch im Rheinland hat man „Kioske“ und „Trinkhallen“, in Berlin den „Nachtkauf“ und im Frankfurter Raum gar das „Wasserhäuschen“.

Heinrich Böll

„Geboren bin ich in Köln...“: Die lebenslange „Gebundenheit“ an seine Geburtsstadt und das Rheinland hat Heinrich Böll stets als eine Wurzel seines literarischen Schaffens verstanden. Aber die Themen seines Werkes (und bald schon sein Ruhm) reichen weit über die Region hinaus.

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GEMISCHTE TÜTE