Georg Schramm im Pantheon
24.03.12 20:00

Dombrowski ist zurück.  Nach Jahren in der „Anstalt“ des ZDF an der Seite von Urban Priol ist er aus ebendieser ausgebrochen und steht wieder auf den Bühnen der Republik. „Meister Yodas Ende – Über die Zweckentfremdung der Demenz“ heißt sein neues Programm. Georg Schramm ist der verbitterte und desillusionierte Rentner Lothar Dombrowski, der eine Botschaft unter die Menschen bringen will, da „für tatenloses Grübeln der globale Niedergang schon zu weit fortgeschritten ist.“ Dombrowski sucht Mitstreiter für die gute Sache unter Gleichgesinnten und Altersgenossen, „die nicht mehr viel zu erwarten haben“, und die wie er, „lieber im Blitzlicht der Öffentlichkeit scheitern, als gehorsam bis zum kläglichen Ende im Pflegeheim dahin dämmern.“ Ein Satz aus Schillers „Wallensteins Tod“ hat den Rentner aufbrechen lassen. Und zwar die letzten Worte, bevor Wallenstein sein Schwert gürtet und in die Schlacht zieht: „Komm, lass die Sterne, Seni, der Morgen naht und Mars regiert die Stunde.“

Schramms letztes Programm trug den Titel „Thomas Bernhard hätte geschossen“. Betont schlechtgelaunt geht es auch in „Meister Yodas Ende“ weiter – es gibt nichts bis wenig zu lachen. Die Lage ist zu ernst, um Witzchen über die sexuelle Abendgestaltung von amtierenden Außenministern zu machen. Schramm geht es in seinen Bühnenfiguren um nichts weniger als Aufklärung. „10 Deutsche sind bekanntlich blöder als 5 Deutsche“ hat Heiner Müller mal bemerkt. Georg Schramm miesepetert sehenswert vor Publikum, das bald merkt, dass das alles irgendwann nicht mehr lustig ist. Damit steht Schramm in einer Reihe mit seinem österreichischen Kollegen Josef Hader, bei dem man sich ebenfalls mehr in einem Theatermonolog als in einem Kabarettprogramm wähnt. Wahrscheinlich wird Schramm neben dem Hauptcharakter Dombrowski auch seine andere Figuren zu Wort kommen lassen, wie den alten, übriggebliebenen, hessischen Sozialdemokraten und Gewerkschafter August und den schneidig-jovialen Presseoffizier Oberstleutnant Sanftleben. Als Sanftleben hielt er in „Neues aus der Anstalt“ (ZDF) eine Trauerrede für die toten deutschen Soldaten in Afghanistan, die eigentlich die verantwortlichen Politiker hätten halten sollen, und die bewies: Schramm kann auch leise. Aber nie zu lange, denn dann pöbelt Dombrowski mit hanseatischen Akzent Sätze wie diesen ins Publikum: „Man kann ja nicht jedes Jahr zwei Wolkenkratzer einäschern, nur damit die Spaßgesellschaft mal ihre Klappe hält!“

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Kom(m)ödchen, Düsseldorf

Das Düsseldorfer Kom(m)ödchen ist das dienstälteste Kabarett in Deutschland. Nicht weniger als eine Institution. Begonnen hat alles 1947, als die Gründer Kay und Lore Lorentz das erste Programm unter dem Titel „positiv dagegen…“ im Hinterzimmer einer Düsseldorfer Kneipe vorstellten

Max Goldt im Stadttheater

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Wilfried Schmickler im Senftöpfchen

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Helge Schneider

Man traute seinen Augen kaum: Die „singende Herrentorte“ in der Reichskanzlei! Als er 2007 in Dani Levys Film-Farce „Mein Führer“ ebenjenen verkörpert, löst Helge Schneider das aus, was er immer auslöst: Irritation. Kann er das? Er kann.

Martin Reinls „Pfoten hoch!“ im Haus der Springmaus

Er ist bei „Zimmer frei!“ im WDR der Mann hinter dem Sofa und gleichzeitig Seele der puscheligen Straßenköter-Puppe „Wiwaldi“, der allsonntäglich die prominenten Gäste in absurde Gespräche verwickelt. Martin Reinl entwirft, baut, spielt und spricht seine Puppen selbst – optisch ist die „Muppets“-Hommage

Max Goldt im Zakk

Ob „Klofußumpuschelung“ oder „Rohlingsspindel“ – Max Goldt hat Erfahrung mit „sprachlichem Ungeziefer“ und breitet die ganze schreckliche Schönheit verunglückter Grammatik und abseitigen Wortbaus aus.

Abschiedstour: René Mariks "KasperPop" in der Stadthalle

Dieser Maulwurf hat es nicht leicht: Er ist blind, hat einen schlimmen Sprachfehler und kam in René Mariks früherem Programm „Autschn!“ in tragischer Weise ums Leben. Aber: Er lebt! Merkwürdigerweise. Und stürzt sich mit dem Kermit-Verschnitt Falkenhorst,

Martin Reinls „Pfoten hoch!“ im Gloria Theater

Er ist bei „Zimmer frei!“ im WDR der Mann hinter dem Sofa und gleichzeitig Seele der puscheligen Straßenköter-Puppe „Wiwaldi“, der allsonntäglich die prominenten Gäste in absurde Gespräche verwickelt. Martin Reinl entwirft, baut, spielt und spricht seine Puppen selbst – optisch ist die „Muppets“-Hommage

Helge Timmerbergs „African Queen“ in der Thalia-Buchhandlung Bonn

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„Tach zusammen. Wie isset? Jut? Hauptsache!“ Das war lange Hanns Dieter Hüschs Eingangsritual. Harmlos klang das und pustete doch den Weg ins Ohr des geneigten Zuhörers frei. So unspektakulär schlich sich das selbsternannte schwarze Schaf vom Niederrhein an, um leisen Rat zu verabreichen.

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Die Krankheit hatte bereits Spuren hinterlassen, als sich Hanns Dieter Hüsch im Jahr 2000 nochmals eine Tournee zumutete. Es waren Abschiedsvorstellungen mit dem programmatischen Titel „Wir sehen uns wieder“ und die Zuschauer erlebten einen

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Helge Timmerbergs „African Queen“ in der Buchhandlung Ingo Klaus

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„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

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Schon das Äußere macht Eindruck. Vis-a-vis der schlichten Bundeskunsthalle plante Axel Schultes seinen bewegten Bau für das Bonner Kunstmuseum mit Wellen und Windungen, mit großen Fensterflächen und unregelmäßig gruppierten Säulen. Im Inneren findet sich ein anspruchsvolles, fließendes Raumkonzept

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