Future Islands im AJZ
12.08.12 20:00

Dass Plattenfirmen in den Zeiten des Internet und der DIY-Heimproduktionen nicht überflüssig sind, kann man unter anderem am Beispiel von "Thrill Jockey" festmachen. Das Label aus Chicago ist eine Art WWF des Pop. Seine Mitarbeiter sind Feldforscher, die in der Wildnis die seltensten Paradiesvögel entdecken und schützen. Da wäre, zum Beispiel, Samuel T. Herring. Der Sänger der Band Future Islands wirkt wie eine Kreuzung aus Tom Waits und Leatherface-Frontmann Frankie Stubbs. Seine Stimme klingt nach Rot-Händle und Bourbon, seine Songs trägt er mit der Verzweiflung eines angeschlagenen Boxers vor. Das passt beim ersten Hören gar nicht zum Sound seiner Band. Zöge man den Gesang von Herring ab, wären Future Islands "nur" eine gute Wave-Formation in der Tradition von New Order oder Devo. In der Kombination werden sie zu etwas Besonderem – einer Synthie-Band mit Punk-Attitüde, aufbauend und verzweifelt zugleich. Paradiesvögel eben.

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