Frank Goosen im Schauspielhaus
23.02.12 20:00

Sein letztes Buch, eine Kurzgeschichtensammlung, hieß „Radio Heimat“ – und auch in seinem neuen Roman bleibt Frank Goosen auf dieser Frequenz. In „Sommerfest“ kehrt einer zurück; einer, der vor zehn Jahren seine Vergangenheit und Bochum hinter sich gelassen hat, und nach München gegangen ist, wegen seines Berufes als Schauspieler und um möglichst viel Abstand zwischen sich und dem Ruhrgebiet zu schaffen.

Im Sommer 2010 kehrt er für ein Wochenende zurück, eigentlich nur, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Und da Bochum keine Weltstadt ist, trifft er auf die ganzen Nasen von früher: Toto, Diggo, Karin und natürlich Omma Luise. Auch Charlie ist immer noch da, jene Frau und Sandkastenliebe, die mit der größte Grund war, warum er damals nach München gegangen ist. Und dann wird an diesem Wochenende wegen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auch noch die A40 gesperrt – als großes Sommerfest quer durch das Ruhrgebiet.

Man kann Frank Goosen getrost als den Heimatdichter des Ruhrgebiets bezeichnen, der Bochumer feilt ja selbst seit Jahren mit seinen Büchern wie „Radio Heimat“, „Weil Samstag ist – Fußballgeschichten“ oder seinem Programm „A40“ erfolgreich an diesem Ruf. Natürlich geht es in „Sommerfest“ sentimental zu – sentimental, aber nie kitschig. Stefan, die Hauptperson, ist zu jung, um sich folklorehaft die qualmende Kohlenvergangenheit zurückzuwünschen. Es geht ums Nachhausekommen, um Selbstvergewisserung und die Frage, wo man hingehört. Oder wie es sein alter Bekannter Diggo ausdrückt: „In München lebt man nicht, da wohnt man nur.“

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Frank Goosen im Barmer Bahnhof

Sein letztes Buch, eine Kurzgeschichtensammlung, hieß „Radio Heimat“ – und auch in seinem neuen Roman bleibt Frank Goosen auf dieser Frequenz. In „Sommerfest“ kehrt einer zurück; einer, der vor zehn Jahren seine Vergangenheit und Bochum hinter sich gelassen hat, und nach München gegangen ist, wegen seines Berufes als Schauspieler und um möglichst viel Abstand

Die „Druckstellen“-Lesetour im Gasometer

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Dortmunder U

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Fritz Eckenga im Spiegelzelt am Dortmunder "U"

Der Mann war Bademeister („Nich’ mittat Eis am Beckenrand! Machse dat zuhause auch!?“), Baumarktleiter, Moderator der „Pop-Ecke“ und einer von zwei betrunkenen, pöbelnden Vertretern an der Hotelbar, die sich nach den gröbsten Beleidigungen wieder konsequent versöhnten: „Nehm wa noch ein? Ja sicha!“. Fritz Eckenga gehörte damit lange zum Musik-Comedy-Ensemble des „Rocktheater N8schicht“;

Fritz Eckenga in den Flottmannhallen

Der Mann war Bademeister („Nich’ mittat Eis am Beckenrand! Machse dat zuhause auch!?“), Baumarktleiter, Moderator der „Pop-Ecke“ und einer von zwei betrunkenen, pöbelnden Vertretern an der Hotelbar, die sich nach den gröbsten Beleidigungen wieder konsequent versöhnten: „Nehm wa noch ein? Ja sicha!“. Fritz Eckenga gehörte damit lange zum Musik-Comedy-Ensemble des „Rocktheater N8schicht“;

Borcherts „Draußen vor der Tür“ in Bochum

David Bösch lässt keinen Zweifel, was es auf sich hat mit Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“. Am Schauspiel Bochum erklären er und seine fabelhaften Darsteller Florian Lange und Nicola Mastroberardino in Schmutz und Elend aller kulturell überlieferten Sinnproduktion den Krieg.

1996 – Wolfgang Welt schlägt sich als Peter-Weiss-Preisträger vor

Im März 1996 bekommt die damalige Bochumer Kulturdezernentin Post von Wolfgang Welt: „Ich dachte, ich könnte während Leander Haußmanns Intendanz eine ruhige Kugel schieben, aber Pustekuchen."

Biljana Srbljanovics „Das Leben ist kein Fahrrad“ in den Kammerspielen

Im Auftrag des Schauspielhauses Bochum geschrieben, ist Biljana Srbljanovics Szenenfolge "Das Leben ist kein Fahrrad" biografisch grundiert. Und erzählt vom Siechtum eines Vaters und in dramatischer Überhöhung vom Leiden an Serbien.

Dauerausstellung des Ruhr Museums in Essen

Das Ruhr Museum ist ohne Vergleich. Denn es müssten sich schon Naturhistorisches und Archäologisches Museum, Historisches Museum, Architekturmuseum und vielleicht auch Heimatmuseum zusammenfinden. Es ist ein "Hybrid-Museum" ...

Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ in den Kammerspielen

Einst war der Handlungsreisende ein amerikanisches Ideal. Als Pionier der kapitalistischen Ordnung zog er durch ein Land unbegrenzter Möglichkeiten. Doch der amerikanische Traum ist siech. Für den Verkäufer aus Arthur Millers Stück war es schon Ende der 1940er Jahre zu spät. Es bleibt nur der Blick zurück, auch in Agnese Cornelios Bochumer Inszenierung.

Ralf Rothmann

Der erste Satz ist ja bekanntlich immer am schwersten. Zumindest für Schriftsteller. Ralf Rothmann ist einer der großen Meister des Beginnens. „An dem Tag, an dem mir auffiel, dass es nichts Zufälliges mehr gibt, war die Jugend vorüber.“ So groß, wehmütig und vielversprechend setzte 1991 „Stier“ an, sein erster Roman.

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover, Bochum

Wie eine Burg aus dem Mittelalter wirkt der mächtige Malakowturm im Bochumer Norden. Dahinter verbirgt sich jedoch der Förderturm von Zeche Hannover, des zuletzt (1973) geschlossenen Bochumer Bergwerkes. Früher wurde es von einer Dampffördermaschine betrieben, die sich bei Schauvorführungen noch immer in Bewegung setzt. Kinder allerdings können mit dem Begriff „Zeche Hannover“ wenig anfangen – für sie heißt die Anlage schlicht „Zeche Knirps“.

2002 – Ein neues Festival im Ruhrgebiet: Die Ruhrtriennale

„Die Landschaft der Industrie ist das aufgeschlagene Buch der menschlichen Psychologie.“ Diese Feststellung von Karl Marx könnte man auch auf die kontroversen Diskussionen beziehen, ob und wie die Relikte des Industriezeitalters zu verwalten, gestalten und nutzen sind.

Frank Goosen

Als Frank Goosen im Jahr 2000 seinen ersten Roman „Liegen lernen“ veröffentlichte, erschienen in rascher Folge Kritiken, die im Autor „ den deutschen Nick Hornby“ sehen wollte. Mittlerweile hat Goosen solche einfallslosen Betitelungen nicht mehr nötig. Der Name trägt allein.

Herbert Grönemeyer

Irgendetwas hat sich geändert damals, aber man kann nicht mehr sagen, wann genau es passiert ist und wie. Einer dieser Momente, in denen die Veränderung fühlbar wurde, war am Abend des 9. November 2002 in der Düsseldorfer Messehalle. Herbert Grönemeyer saß am Flügel und spielte das Lied »Der Weg«.

„Dame, König, As, Spion“ nach John le Carré

John le Carrés 1974 erschienener Smiley-Roman „Dame, König, As, Spion“ ist alles andere als ein James-Bond-Abenteuer: kein Casino Royale, keine Damen mit Unterleib, keine glamourösen Schurken, keine raffinierten Playmobile von Q. Wir schauen ins Graugesicht des Geheimdienstes. Ganz oben im „Circus“ des britischen Auslandsgeheimdienstes MIS soll ein Maulwurf nisten – Smiley (Gary Oldman) wird ihn finden.

Ritter Rost

Wenn der Pizzabelag aus Nägeln, Messern oder Schlüsseln besteht und an Weihnachten Zinn-Sterne gebacken werden – dann sind wir in der Welt von Ritter Rost.

„Amerika“ nach Franz Kafka im Schauspielhaus

Kafkas berühmter und geheimnisvoller Roman „Der Verschollene“ ist unter dem Titel „Amerika“ in Bochum im Theater zu sehen: ein greller Spaß.

Gasometer, Oberhausen

Der Gasometer Oberhausen ist Industriedenkmal und zugleich einer der spektakulärsten Ausstellungsorte im Ruhrgebiet. Früher war der 117 Meter hohe Stahlzylinder das Herz eines Komplexes aus Kokereien, Stahlhütten und Walzwerken – der Gutehoffnungshütte. Die Industriebauten sind verschwunden

Joachim Król

Als sein Schauspieler-Vorbild nennt Joachim Król den zwanzig Jahre älteren Briten Sir Anthony Hopkins. Vom Typ her kann das verwundern, weil zwischen dem aristokratischen Gentleman und dem 1957 in Herne geborenen Bergmannssohn mit polnischen Vorfahren kaum Ähnlichkeit besteht.

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GEMISCHTE TÜTE