Sein letztes Buch, eine Kurzgeschichtensammlung, hieß „Radio Heimat“ – und auch in seinem neuen Roman bleibt Frank Goosen auf dieser Frequenz. In „Sommerfest“ kehrt einer zurück; einer, der vor zehn Jahren seine Vergangenheit und Bochum hinter sich gelassen hat, und nach München gegangen ist, wegen seines Berufes als Schauspieler und um möglichst viel Abstand zwischen sich und dem Ruhrgebiet zu schaffen.
Im Sommer 2010 kehrt er für ein Wochenende zurück, eigentlich nur, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Und da Bochum keine Weltstadt ist, trifft er auf die ganzen Nasen von früher: Toto, Diggo, Karin und natürlich Omma Luise. Auch Charlie ist immer noch da, jene Frau und Sandkastenliebe, die mit der größte Grund war, warum er damals nach München gegangen ist. Und dann wird an diesem Wochenende wegen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auch noch die A40 gesperrt – als großes Sommerfest quer durch das Ruhrgebiet.
Man kann Frank Goosen getrost als den Heimatdichter des Ruhrgebiets bezeichnen, der Bochumer feilt ja selbst seit Jahren mit seinen Büchern wie „Radio Heimat“, „Weil Samstag ist – Fußballgeschichten“ oder seinem Programm „A40“ erfolgreich an diesem Ruf. Natürlich geht es in „Sommerfest“ sentimental zu – sentimental, aber nie kitschig. Stefan, die Hauptperson, ist zu jung, um sich folklorehaft die qualmende Kohlenvergangenheit zurückzuwünschen. Es geht ums Nachhausekommen, um Selbstvergewisserung und die Frage, wo man hingehört. Oder wie es sein alter Bekannter Diggo ausdrückt: „In München lebt man nicht, da wohnt man nur.“
Schauspielhaus Bochum | Königsallee 15 | 44789 Bochum
Tel: 0234/3333-5555 | Email: tickets@schauspielhausbochum.de | Website: http://www.schauspielhausbochum.de