„Figaro“ im Düsseldorfer Schauspielhaus
23.06.13 19:30

Ja, Sie haben richtig gelesen. Nicht in der Rheinoper, sondern im Schauspielhaus läuft dieser „Figaro“. Schließlich ist das Stück über den „Tollen Tag“ im Hause des Grafen Almaviva ursprünglich fürs Theater von Pierre Caron de Beaumarchais geschrieben, woraus danach die Oper von Mozart mit dem Libretto von da Ponte wurde. Wer über die Entstehung der Komödie mehr erfahren will, dem sei Lion Feuchtwangers großartiger Roman „Die Füchse im Weinberg“ aus dem vorrevolutionären Paris des Louis XVI. und der Marie Antoinette empfohlen.  

„Entschlackt, verspielt und intelligent“, urteilt die „Rheinische Post“ über Markus Bothes Inszenierung der am Ständesystem rüttelnden Verwechslungskomödie, in der Graf und Gräfin, Figaro und Susanna und der Bote des Eros, Cherubino, Liebe, Kuppelgeschäfte und Eifersucht vor dem Hintergrund einer feudalen Gesellschaft im Wandel durchleben und -leiden. Sozialer Explosivstoff und heitere Anarchie – ganz nach Beaumarchais’ Gusto. 

Temperamentvoll ausgelassen, fix und tollkühn geht es in Robert Schweers in Ranken tapeziertem Raum, dessen Geschlossenheit viele verdeckte Öffnungen bereit hält, zur Sache, verpackt in Perücken und Rokoko-Kostümen. Es ist, als hätte sich der Slapstick die Figuren gepackt, lasse sie zappeln und halte sie am Schlawittchen, was sich mit den zehn gut geölten Düsseldorfer Akteuren plus der Musiker, die auch schon mal die Wand einrennen, plus einem beifällig beklatschten Mops glänzend machen lässt. 

 

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