„Figaro“ im Düsseldorfer Schauspielhaus
bis 29.06.12

Ja, Sie haben richtig gelesen. Nicht in der Rheinoper, sondern im Schauspielhaus läuft dieser „Figaro“. Schließlich ist das Stück über den „Tollen Tag“ im Hause des Grafen Almaviva ursprünglich fürs Theater von Pierre Caron de Beaumarchais geschrieben, woraus danach die Oper von Mozart mit dem Libretto von da Ponte wurde. Wer über die Entstehung der Komödie mehr erfahren will, dem sei Lion Feuchtwangers großartiger Roman „Die Füchse im Weinberg“ aus dem vorrevolutionären Paris des Louis XVI. und der Marie Antoinette empfohlen.  

„Entschlackt, verspielt und intelligent“, urteilt die „Rheinische Post“ über Markus Bothes Inszenierung der am Ständesystem rüttelnden Verwechslungskomödie, in der Graf und Gräfin, Figaro und Susanna und der Bote des Eros, Cherubino, Liebe, Kuppelgeschäfte und Eifersucht vor dem Hintergrund einer feudalen Gesellschaft im Wandel durchleben und -leiden. Sozialer Explosivstoff und heitere Anarchie – ganz nach Beaumarchais’ Gusto. 

Temperamentvoll ausgelassen, fix und tollkühn geht es in Robert Schweers in Ranken tapeziertem Raum, dessen Geschlossenheit viele verdeckte Öffnungen bereit hält, zur Sache, verpackt in Perücken und Rokoko-Kostümen. Es ist, als hätte sich der Slapstick die Figuren gepackt, lasse sie zappeln und halte sie am Schlawittchen, was sich mit den zehn gut geölten Düsseldorfer Akteuren plus der Musiker, die auch schon mal die Wand einrennen, plus einem beifällig beklatschten Mops glänzend machen lässt. 

 

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„Tage unter“ im Schauspielhaus

"Tage unter" des Norwegers Arne Lygre ist eine Versuchsanordnung über vier Menschen, verbunden in Täter- und Opfer-Rollen. Stéphane Braunschweig hat als Regisseur und Bühnenbildner im Düsseldorfer Schauspielhaus eine raumhoch massive Ziegelwand errichtet, in deren Vakuum das Quartett eingebunkert ist.

Grillparzers „Medea" am Jungen Schauspielhaus

Der griechisch-stämmige Regisseur Sarantos Zervoulakos hat für das Junge Schauspielhaus des Düsseldorfer Schauspiels Grillparzers "Medea" inszeniert. In der Rolle der Außenseiterin, Barbarin und Kindsmörderin die großartige Stefanie Reinsperger.

Shakespeares Richard III. im Schauspielhaus

Richard III., das Monstrum, steht überlebensgroß in seinem körperlichen, seelischen und moralischen Defekt: „Hunde bellen, hink ich wo vorbei.“ Den Ausspruch nimmt Intendant Staffan Valdemar Holm für den akustischen Auftakt seiner auf leerer Bühne arrangierten Inszenierung am Düsseldorfer Schauspielhaus.

„Was Ihr wollt" im Theater an der Ruhr

In Karin Neuhäusers Inszenierung von Shakespeares "Was Ihr wollt" liegt Illyrien am Ende zweier sich treffender Gleise und wird von einer Mauer begrenzt. Zudem hat das Bühnenbild etwas von einem heruntergekommenen Nachtclub: Endstation Sehnsucht im Theater an der Ruhr.

Isaak Babels „Marija“ von Andrea Breth im Schauspielhaus

„Marija“, von Isaak Babel 1935 verfasst, entwirft mit 22 Figuren ein Gesellschafts-Panorama aus dem revolutionären Petrograd des Jahres 1920. Acht knappe Stationen im Aufriss. Im Düsseldorfer Schauspielhaus inszeniert Andrea Breth, die nach mehr als zehn Jahren am Wiener Burgtheater erstmals am Gründgens-Platz arbeitet.

Puccinis „Butterfly“ an der Rheinoper Düsseldorf

Die Oper zählt zu den Repertoire-Lieblingen. Puccinis „Madama Butterfly“, das traurige Schicksal der Japanerin Cio-Cio-San, wird in der frühen, herberen Werkfassung von Robert Carsen an der Rheinooer in starken, symbolhaften Bildern inszeniert.

1970 – Das Düsseldorfer Schauspielhaus wird neu eröffnet

Mit Georg Büchners Endzeit-Drama „Dantons Tod“ beabsichtigte Generalintendant Karl Heinz Stroux den Neubau des Düsseldorfer Schauspielhauses in markanter Lage zu eröffnen. Ein Revolutionsstück!

Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“ an der Rheinoper

Richard Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“ ist in einer exotischen Märchenwelt angesiedelt. Die Oper wird auch deshalb selten gegeben, da sie an alle Beteiligten ungewöhnliche Herausforderungen stellt. Die Rheinoper nimmt die Produktion, inszeniert von Guy Joosten und auch aufgrund ihrer Werktreue begeistert aufgenommen, wieder ins Repertoire.

Ibsens „Nora“ im Theater Oberhausen

Ibsens „Nora“ ist das psycho-realistische Drama einer Ehe und der Befreiung der Frau aus ihrem goldenen Käfig. Dass es auch anders geht, zeigt Herbert Fritsch am Theater Oberhausen, indem er „Nora“ als schauerromantisches Ritual einrichtet.

Handkes „Immer noch Sturm“ im Theater an der Ruhr

Stell dir vor“ lautet die Formel, die Peter Handkes Prosa-Gedicht "Immer noch Sturm" in Gang setzt. Das Erzähler-„Ich“ – Mittler zwischen Raum und Zeit, zugleich Autor und Zuschauer – träumt und phantasiert sich in einen konkreten Erinnerungsraum: das Jaunfeld im slowenischen Gebiet Kärntens. Ort eines Kulturkampfes.

William Shakespeares „Der Sturm“ am Theater Oberhausen

In Oberhausen hat der sonst als Opernregisseur bekannte Tilman Knabe Shakespeares luftiges Traumspiel zurück auf den sumpfigen Boden der Macht geholt. Im taktischen Spiel der Politik müssen die Magie und ihre utopische Poesie rein prosaischen Manipulationen weichen.

Simon Stephens’ „Wastwater“ am Schauspiel Köln

Ein Garten über der Einflugschneise von London Heathrow. Ein Zimmer in einem Flughafen-Hotel. Ein Lagerhaus in Airport-Nähe. Und ein exaktes Datum: 25. Juni, 21 Uhr. Drei mal Leben. Drei Begegnungen zwischen Mann und Frau, drei Dialoge. Es endet immer gleich: „Plötzlich Dunkel“. So verlangt es der britische Autor Simon Stephens für sein Episodenstück „Wastwater“, inszeniert von Dieter Giesing in Köln.

Klopsztanga – Polen grenzenlos NRW 2012/2013

Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

Verdis „Maskenball“ in Aachen

Aachens Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck hat sich für seine erste Opernregie einen Liebling des Repertoires ausgesucht: Giuseppe Verdis "Maskenball", die Oper über den Mord an einem politischen Repräsentanten, dessen Vorbild in Schweden zu finden war, in dem Musikwerk allerdings ins amerkanische Boston verlegt wird.

Wuppertaler Bühnen

Die Wuppertaler Bühnen sind bekannt für die intensive Zusammenarbeit der Sparten Schauspiel und Oper. Interdisziplinäre Projekte entstehen in beiden Häusern, zusammen mit Kooperationspartnern aus dem kulturellen Umfeld des Theaters. Der Focus des Musiktheaters liegt dabei auf den Ethnien, die in den heutigen Großstädten

„Der Gott des Gemetzels“ in Köln

Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" beginnt mit zwei ausgeschlagenen Zähnen. Zwei Elternpaare treffen sich, um den Disput ihrer Söhne zu bereinigen. Es wird zur nicht nur verbalen Zimmerschacht. In Köln inszeniert Intendantin Karin Beier mit vier fabelhaften Darstellern.

„Herr Kolpert“ im Schauspielhaus

Nurkan Erpulat, seit der Ruhrtriennale und seiner Inszenierung „Verrücktes Blut“ geadelt, ist jetzt Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus. Im Kleinen Haus setzt der gebürtige Türke aus Berlin die garstige Komödie „Herr Kolpert“ von David Gieselmann aus dem Geist der Screwball Comedy in Szene.

Dostojewskis „Idiot“ am Schauspiel Köln

Fürst Myschkin kehrt zurück. Nach Jahren in einer Schweizer Anstalt gerät dieser „von der Natur Zurückgesetzte“ in St. Petersburg in einen Liebes- und Leidenskrieg. Im Kölner Schauspielhaus inszeniert Karin Henkel Dostojewskis Roman "Der idiot" in gut organisierter Konfusion über fast vier Stunden.

Die Ruhrfestspiele 2012

Die Ruhrfestspiele schauen in dieser Saison u.a. Richtung Osten und finden etwas Neues, auch in der Vergangenheit. Das Festival bietet russische Dramenliteratur von Gogol, Tolstoi, Dostojewski, Tschaikowsky und Puschkin, Tschechow und Bulgakow.

Puccinis „Tosca“ an der Deutschen Oper am Rhein

An der Rheinoper wird Dietrich Hilsdorfs dramatische Deutung des Puccini-Hits „Tosca“ wieder gespielt. Seinem Ruf als Meister der Dekonstruktion von Repertoireklassikern wird der Regisseur in seiner Produktion von 2002 besonders gerecht. Der französische Schriftsteller Victorien Sardou brachte seinerzeit das Rezept für einen Publikumserfolg auf die simple, doch wirkungsvolle Formel: “Quäle die Heldin.“

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