Ein „Fest der Kreativität“ feiert das Ballett Dortmund. Es widmet die gesamte Spielzeit dem Märchenhaften und Phantastischen. „In unserer Zeit ist es ganz leicht, in der Wirklichkeit verloren zu gehen. Immer mehr Menschen – vor allem Jugendliche – flüchten sich in diese Sphären des Scheins. Ihr Persönlichkeit und Kreativität gehen der Gesellschaft verloren“, meint Xin Peng Wang. Im Unterschied zur virtuellen Welt führe uns das Märchen nicht von uns fort, sondern auf Umwegen zu uns zurück. „Fantasia“ nennte der Chinese das Handlungsballett, das er mit seinem Chefdramaturgen Christian Baier erarbeitete.
Das Stück wagt es, ein Tabuthema auf die Bühne zu bringen: körperliche Behinderungen. Alicia und Florian sitzen beide im Rollstuhl. Während das Mädchen gegen sein Handicap ankämpft, ergibt sich der Junge seinem Schicksal, verbittert und entwickelt sich zu einem Monster. Alicia schafft es, dem Rollstuhl zu entkommen, muss sich dann aber gegen die Vorurteile in der Gesellschaft wehren. Ihr unerschütterlicher Glaube an sich selbst lässt sie dunkle Abenteuer bestehen, die tief in die Natur des Menschen hineinführen.
„Fantasia“ ist ein Familien-Ballett. Es spielt in einem Kinderzimmer und in einem lebendigen Wald, wo sich riesige Käfer, Glühwürmchen, hinterlistige Kitzelmänner und räuberische Vogelmenschen tummeln. Alicia muss sich, unterstützt von der Fee der Zuversicht, einem feuerspeienden Drachen entgegen stellen, der sich von den Kräften der Menschen ernährt. Kompositionen von Modest Mussorgsky, dem großen musikalischen Phantasten, begleiten das Ballettmärchen.
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