Die „Lit.Cologne“ 2012
14.03.12 bis 24.03.12

Es herrscht mal wieder literarischer Ausnahmezustand in Köln, zum zwölften Mal lockt die „Lit.Cologne“ mit interessanten Lesungen und Begegnungen, spannenden Gästen und großen Namen. Auf dem Programm des „größten Literaturfests Europas“ stehen 172 Veranstaltungen; 73 davon richten sich an Kinder und Jugendliche, wie z.B. die 43 „Klasse-Buch-Lesungen“, die für Schulklassen diverser Altersgruppen angeboten werden. Auch die Veranstaltungsorte sind wie immer ungewöhnlich: Von der kleinen Kleinkunstbühne über die Philharmonie bis zur „Lanxess-Arena“ ist alles dabei. Auch das Literaturschiff „MS RheinEnergie“ legt dieses Mal wieder ab.

Eine kleine Termin-Auswahl: Stéphane Hessel, der Autor des höchst erfolgreichen Manifests „Empört Euch!“ liest und berichtet aus seinem wechselvollen Leben – der Mann war Angehöriger der Résistance, überlebte das KZ Buchenwald und arbeitet später an der UN-Menschenrechts-Charta mit (15.3.).

Olli Dittrich erinnert an den Maler, Satiriker und „ewigen Geheimtipp“ Heino Jaeger (15.3), den Eckard Henscheid den „Mozart der Komik“ nannte. Karl Lagerfeld spricht mit Elke Heidenreich über seine Lieblingsbücher (16.3.) und Christian Brückner, Annette Frier, Michael Lentz, Angela Winkler u.a. feiern die Literatur der goldenen 20er Jahre (16.3.). Clemens J. Setz tritt ohne Manuskript vor sein Publikum (17.3.) und erzählt in der Tradition von Peter Kurzeck Geschichten: vom Sohn der Weltraumhunde Belka und Strelka oder einem Experiment zur Leitfähigkeit von Mönchen.

Christian Kracht liest aus seinem neuen Roman „Imperium“ (17.3.), während zeitgleich Matthias Brandt und Paul Ingendaay sich mit Joseph Conrad und dem Herz der Finsternis beschäftigen (17.3.). Jeffrey Eugenides liest aus seinem Roman „Die Liebeshandlung“ (17.3.). Hannelore Hoger und Richy Müller wagen eine Expedition (18.3.) ins Reich des Fetischismus: „Ich bin so wild nach deinem Gummihund!“. Senta Berger und Roger Willemsen stellen mit Nina Berberova eine der bemerkenswertesten Frauen der russischen Literaturgeschichte vor (19.3.); Javier Marías liest aus seinen neuen Roman „Die sterblich Verliebten“ (19.3.).

Sebastian Fitzeck, Volker Klüpfel, Michael Kobr, Claudia Michelsen, Matthias Brandt, Frank Schätzing und 62 MusikerInnen veranstalten ein „literarisches Gemetzel“ (20.3.) in Sachen Kriminalliteratur; Buchpreisträger Eugen Ruge liest aus seinem Familienroman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (21.3.), zudem gibt sich mit Tomas Tranströmer der Literaturnobelpreisträger 2011 die Ehre (21.3.). Der zärtliche Schauspiel-Berseker Josef Bierbichler liest aus seinem Erstling „Mittelreich“ (22.3.) und Zeruya Shalev stellt gemeinsam mit Maria Schrader ihr neues Werk „Für den Rest des Lebens“ vor (22.3.). De Niro-Stimme Christian Brückner trifft auf Harry Belafonte und dessen Biografie „My Song“ (23.3.).

Bei der „lit.kid.Cologne“ liest Paul Maar aus „Sams im Glück“ (18.3.), Erwin Grosche und das WDR-Sinfonieorchester Köln bringen die Janosch-Geschichte „Der Josa mit der Zauberfibel“ auf die Bühne (18.3.) und Michael Kessler liest eine Geschichte von Michael Ende über den Elefanten „Filemon Faltenreich“ (20.3.), passenderweise im Elefantenhaus des Kölner Zoos; zudem gibt es das Kindermusical „Pünktchen und Anton op Kölsch“ (23.3.).

Weitere Informationen und das komplette Programm finden sich hier.

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Klopsztanga – Polen grenzenlos NRW 2012/2013

Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

Ruhr Museum, Essen

Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

W.G. Sebalds „Die Ringe des Saturn“ in der Halle Kalk

„Eine englische Wallfahrt“ nannte der Schriftsteller W.G. Sebald seinen 1995 erschienenen Reisebericht „Die Ringe des Saturn“. Was das Buch unzulänglich charakterisiert. Der Form nach eine Wanderung durch Suffolk, ist es sehr viel mehr: ein an der Wirklichkeit gehärtetes Traumbuch, trauernd über Verlorenes und Vernichtetes. In der Halle Kalk findet die Regisseurin Katie Mitchell den idealen Echoraum für ihre Annäherung an den deutschen, in England heimisch gewordenen Sebald.

Die Baumeister-Familie Böhm

Die Böhms sind eine Architekten-Familie aus Köln – fast möchte man sagen: eine Architekten-Dynastie, denn die Männer dieses Hauses sind nun schon in der vierten Generation Baumeister. Der erste berühmte Böhm war Dominikus, er zog aus dem Schwäbischen an den Rhein und errichtete im Westen vor allem zahlreiche Kirchen.

Harald Schmidt

Irgendwann vor ein paar Jahren hat Harald Schmidt einen Zustand der intellektuellen Glückseligkeit erreicht, der nur wenigen zugänglich ist. Seitdem ist ihm alles egal. Weil er nichts mehr will, kann er alles wagen. „Was mich interessiert, ist Thema in der Show", sagt er, und so verfährt er dann auch.

Museum Ludwig, Köln

Die wichtigste Pop-Art-Kollektion außerhalb der USA und eine der weltweit größten Sammlungen mit Werken von Pablo Picasso – Kölns Museum Ludwig punktet mit gewichtigen Größen. Sie zeigen sich dort eingebettet in ein Panorama, das in wesentlichen Stationen

Tonhalle, Düsseldorf

Diese Halle greift nach den Sternen. Die heutige Düsseldorfer Tonhalle entstand Mitte der 1920er Jahre als Planetarium. Am Rheinufer gelegen, gesäumt von Ausläufern des Hofgartens, eingebettet in den von Wilhelm Kreis entworfenen Ehrenhof-Komplex und in Blickkontakt zur Kunstakademie,

Dostojewskis „Idiot“ am Schauspiel Köln

Fürst Myschkin kehrt zurück. Nach Jahren in einer Schweizer Anstalt gerät dieser „von der Natur Zurückgesetzte“ in St. Petersburg in einen Liebes- und Leidenskrieg. Im Kölner Schauspielhaus inszeniert Karin Henkel Dostojewskis Roman "Der idiot" in gut organisierter Konfusion über fast vier Stunden.

Ralf König

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Kreuz, das ein bisschen aussieht wie ein christliches Tattoo, hat sich Ralf König im Alter von 12 Jahren auf den Oberarm experimentiert. Kinder, die wie König in einem katholischen Kuhdorf mitten in Westfalen aufgewachsen sind, tragen ihr Kreuz häufig ein Leben lang mit sich herum. Ganz tief in sich drin.

Sigmar Polke

Sigmar Polke war der Ironiker unter den Malerstars. Ein Mann, der dem hehren Geschäft des Kunst-Machens mit guter Laune nachging. Er galt als großer Experimentator, dem die Chemie zum „Malen“ von Bildern und das Riffelglas zum Erzeugen von Wackelbildern dienten. Obwohl er in Rankings stets an vorderster Stelle geführt wurde, hatte er sich das Lachen über Kunst und Gesellschaft bewahrt. Sigmar Polke spielte, wo andere kämpften.

1973 – Pina Bausch übernimmt die Ballettsparte in Wuppertal

Als der Generalintendant der Wuppertaler Bühnen 1973 die junge Choreografin Pina Bausch fragte, ob sie das Ballett an seinem Haus übernehmen wolle, holte er sich zunächst einen Korb. Aber er war beharrlich und fragte wieder und wieder, bis Pina Bausch antwortete: „Ich kann es ja mal probieren.“

Philharmonie Köln

Einem Amphitheater nachempfunden ist der Saal der Kölner Philharmonie: Der Bau wurde von den Architekten Peter Busmann und Godfrid Haberer entworfen und im September 1986 eröffnet. Dabei steht die Musik auch räumlich im Mittelpunkt des Saales: von allen Plätzen kann man die Akteure gut

K21 - Kunstsammlung NRW, Düsseldorf

Es hat lange gedauert, aber wenn 2010 der Erweiterungsbau der Kunstsammlung NRW am Düsseldorfer Grabbeplatz eröffnet, wird das Haus K20 seine exquisite Sammlung endlich angemessen präsentieren können. Der voluminös geschwungene, schwarz-glänzende Granitbau

Neanderthal Museum, Mettmann

Ob hier, im Tal der Düssel, die Wiege der Menschheit stand, kann bezweifelt werden. Es war wohl eher Zufall und Glück, dass im August 1856 Arbeiter bei Kalkabbauarbeiten in der „Feldhofer Grotte“ die Knochen und Skelettreste entdeckten,

Museum Insel Hombroich, Neuss

Karl Heinrich Müller nannte seine Stiftung Insel Hombroich „einen offenen Versuch“ und ergänzte: „Sie ist kein Muss, sondern ein Darf. Sie ist nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.“

Felicitas Hoppe im Literaturhaus

Die 1960 in der Rattenfängerstadt Hameln geborene Felicitas Hoppe zählt zu den wichtigen Schriftstellerinnen ihrer Generation.

Philharmonie Essen

In direkter Nachbarschaft zum Aalto-Theater am südlichen Rand der Essener Innenstadt gelegen, hat die Philharmonie Essen unter der Leitung von Dr. Johannes Bultmann in ihrer inzwischen sechsten Saison regelmäßig berühmte Dirigenten, Orchester und Solisten zu Gast: Von den Wiener Philharmonikern über die Dirigenten Lorin Maazel und Kurt Masur bis hin zu namhaften Pianisten wie András Schiff

"Die Schmutzigen, die Häßlichen und die Gemeinen" in Köln

Über „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“, drehte der Italiener Ettore Scola 1976 im Nachklang auf den Neorealismus einen Spielfilm. Karin Beier inszeniert die „bemerkenswert mitleidslose Komödie“ wie einen Stummfilm mit Musik, Geräuschen und Sprachfetzen im Wohncontainer.

Ralf Rothmann in „Der andere Buchladen“

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Willy Fleckhaus

Der Grafiker Willy Fleckhaus erfand mit „twen“ das erste Zeitgeist-Magazin und machte die Buchreihen des Suhrkamp-Verlags zum modernen Klassiker. Seine Karriere begann eher unspektakulär. Zunächst arbeitete er nach dem Krieg als Redakteur bei der Zeitschrift „Fährmann“ und für das gewerkschaftsnahe Jugendmagazin „Aufwärts“. Popkultur sieht irgendwie anders aus.

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GEMISCHTE TÜTE