Der 1894 in Prag geborene Erwin Schulhoff gehörte in den 1920er Jahren zu den Komponisten, die keine Berührungsängste kannten. Atonaler Expressionismus und Jazz, heftige Flirts mit der Anti-Kunst Dada und auch mit volkstümlich-burlesken Rhythmen, all das machte Schulhoff damals zu einem beachteten Allround-Komponisten. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt und 1941 ins Internierungslager Wülzburg deportiert. Dort verstarb der deutschstämmige Tscheche ein Jahr später an Tuberkulose. Jetzt erinnert das Signum Quartett mit den Bayer Philharmonikern unter Bernhard Steiner an den musikalischen Freigeist. Von Schulhoff steht sein vom Jazz inspiriertes und schändlich selten zu hörendes Konzert für Streichquartett und Bläser auf dem Programm! Weitaus bekannter ist dagegen Mahlers 1. Sinfonie (Der Titan), die den Konzertabschluss bildet.
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