Claudio Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“
28.04.12 19:00

Seit der Spielzeit 2010/11 kommt das Ensemble der Kölnr Oper an mehreren Ausweichspielstätten zum Einsatz. Es wird zwar nach wie vor auch am Offenbachplatz gespielt, Monteverdis „L'incoronazione de Poppea” aber findet an einem Ort statt, an dem man Theater und Oper kaum vermuten würde: im Palladium, gelegen im Zentrum des Mülheimer Schanzenviertels.

Claudio Monteverdis 1642 in Venedig uraufgeführte Oper zeigt unverblümt, wie eng Politik, Eros und Verbrechen zu Zeiten der Dekadenz zusammenhängen und mit welchen skrupellosen Mitteln gesellschaftlicher Aufstieg erkauft wird. 

Roms Caesar Nero erliegt den Reizen der Kurtisane Poppea und will sie von der heimlichen Bettgespielin zur Ehefrau und Kaiserin machen. Doch bis zur Krönung Poppeas müssen Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Neros Lehrer Seneca, der das Verhalten seines Zöglings nicht billigt, muss für seinen Widerstand mit dem Leben zahlen. Seine erste Frau Ottavia wird verbannt, ebenso Poppeas Ex-Liebhaber Ottone. 

Regisseur Dietrich Hilsdorf erkennt in der Antike Parallelen zur Gegenwart und stellt heutige Menschen auf die Bühne, die in einer kühnen Installation von Dieter Richter unter der Kuppel des Jahrhundertsaals (in der ehemaligen Kantine der Versicherung) lieben, leiden und Intrigen spinnen. An beiden Enden der Bühnenstege ist jeweils zur Hälfte das Orchester positioniert, das sich aus Alte-Musik-Spezialisten rekrutiert. Lauten und Chitarronen, Zinke und Blockflöten bestimmen das transparente Klangbild, das Konrad Junghänel aus der nur rudimentär überlieferten Partitur des barocken Komponisten arrangiert hat. 

In sehr konzentrierter Personenführung entwickelt sich ein fesselndes Kammerspiel: eher ein Schauspiel mit Musik als eine Oper. Die erstklassigen Sänger führt an: Franco Fagioli, ein sengend intensiver Countertenor, der Nero mit zwanghafter Falschheit und kalten Despotismus ausstattet. Sandrine Piaus exquisites Soprantimbre schenkt der Titelheldin vibirierende Sinnlichkeit. David DQ Lee ist ein klangschöner Ottone, Romina Boscolo eine flammende Ottavia. Köln ist hier ein großer Wurf gelungen. 

 

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Wagners „Der fliegende Holländer“ in Köln

Wagners „Der fliegende Holländer“ ist die letzte Produktion im Kölner Stammhaus am Offenbachplatz, das nach der Aufführungsserie bis 2015 saniert wird. Regisseur Dietrich Hilsdorf, der lange mit Wagner gefremdelt hat, scheint den Bann gebrochen zu haben; er zieht hier alle Register seiner Kunst.

Städtische Bühnen, Köln

Die Bühnen der Stadt Köln sind am Offenbachplatz beheimatet und dort erhalten sie in den kommenden Jahren auch ihr neues Domizil: Das Schauspielhaus wird (wenn die Stadt nicht noch eine Kehrtwende vollzieht) neu gebaut und soll in Zukunft Schauspiel, Studiobühne und Kinderoper unter einem Dach vereinen.

Art Cologne

Die Art Cologne wurde 1967 auf Initiative der Galeristen Hein Stünke und Rudolf Zwirner im Kölner Gürzenich gegründet. Sie ist ein Kind der 68er und die älteste Kunstmesse der Welt.

WDR-Funkhaus am Wallrafplatz, Köln

Das Funkhaus Wallrafplatz wurde 1948 – Köln liegt zu dieser Zeit noch in Schutt – auf Initiative des Intendanten Hanns Hartmann nach Entwürfen des Architekten Peter Friedrich Schneider auf den Trümmern des Hotels Monopol gebaut. Im August 1950 wurde der Große Sendesaal

Jugendoper „Border“ im Palladium

Im Palladium kam die Jugendoper „Border“ zur Uraufführung aus der Feder des 50-jährigen Komponisten Ludger Vollmer, basiert auf Euripides’ Tragödie „Die Kinder des Herakles“. Vollmers Klangsprache ist eingängig und multikulturell.

Robert Holl & András Schiff in der Philharmonie Köln

„Wenn ich singe, will ich die Zuhörer bezaubern – das Publikum so erreichen, dass es sich verwandelt. Damit die Leute nicht an das denken, was gerade im Büro oder in der U-Bahn passiert ist, sondern bereit sind, sich der Poesie der Lieder zu öffnen.“ Mit diesem Credo hat es der Bass-Bariton Robert Holl zu einem der begehrtesten Opernsänger

Wuppertaler Bühnen

Die Wuppertaler Bühnen sind bekannt für die intensive Zusammenarbeit der Sparten Schauspiel und Oper. Interdisziplinäre Projekte entstehen in beiden Häusern, zusammen mit Kooperationspartnern aus dem kulturellen Umfeld des Theaters. Der Focus des Musiktheaters liegt dabei auf den Ethnien, die in den heutigen Großstädten

Jelinek-Uraufführung „Das Werk / Im Bus / Ein Sturz“ im Schauspielhaus

Die Saison am Kölner Schauspiel hat mit einem Uraufführungsprojekt der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek begonnen. „Das Werk / Im Bus / Ein Sturz“ hat in dem zum „Theater des Jahres“ gekürten Kölner Schauspielhaus die Intendantin Karin Beier inszeniert.

"Rusalka" im Musiktheater im Revier

Antonin Dvoraks „Rusalka“ gilt neben Smetanas „Verkaufter Braut“ als tschechische Nationaloper schlechthin. Das mit Naturmystik durchsetzte Werk scheint als Märchenoper neuerdings wieder den Nerv zu treffen. In Gelsenkirchen inszeniert die Berlinerin Elisabeth Stöppler, ein Stammgast am Musiktheater im Revier.

Puccinis „Butterfly“ an der Rheinoper Düsseldorf

Die Oper zählt zu den Repertoire-Lieblingen. Puccinis „Madama Butterfly“, das traurige Schicksal der Japanerin Cio-Cio-San, wird in der frühen, herberen Werkfassung von Robert Carsen an der Rheinooer in starken, symbolhaften Bildern inszeniert.

Ralf Rothmann in „Der andere Buchladen“

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

W.G. Sebalds „Die Ringe des Saturn“ in der Halle Kalk

„Eine englische Wallfahrt“ nannte der Schriftsteller W.G. Sebald seinen 1995 erschienenen Reisebericht „Die Ringe des Saturn“. Was das Buch unzulänglich charakterisiert. Der Form nach eine Wanderung durch Suffolk, ist es sehr viel mehr: ein an der Wirklichkeit gehärtetes Traumbuch, trauernd über Verlorenes und Vernichtetes. In der Halle Kalk findet die Regisseurin Katie Mitchell den idealen Echoraum für ihre Annäherung an den deutschen, in England heimisch gewordenen Sebald.

Die Ruhrfestspiele 2012

Die Ruhrfestspiele schauen in dieser Saison u.a. Richtung Osten und finden etwas Neues, auch in der Vergangenheit. Das Festival bietet russische Dramenliteratur von Gogol, Tolstoi, Dostojewski, Tschaikowsky und Puschkin, Tschechow und Bulgakow.

Das Festival der Uraufführungen im Rahmen der 66. Ruhrfestspiele Recklinghausen

Inzwischen hat sich das Festival der Uraufführungen als zentraler Bestandteil des Programms der Ruhrfestspiele etabliert. Daran hat auch der jährlich in Frankfurt (Oder) vergebene Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker seinen Anteil. Seit 2010 ist an den mit 7.500 Euro dotierten Preis...

Dostojewskis „Idiot“ am Schauspiel Köln

Fürst Myschkin kehrt zurück. Nach Jahren in einer Schweizer Anstalt gerät dieser „von der Natur Zurückgesetzte“ in St. Petersburg in einen Liebes- und Leidenskrieg. Im Kölner Schauspielhaus inszeniert Karin Henkel Dostojewskis Roman "Der idiot" in gut organisierter Konfusion über fast vier Stunden.

Barrie Kosky inszeniert Wagners „Götterdämmerung” in Essen

Barrie Kosky hat am Essener Aalto Theater Wagners „Götterdämmerung” inszeniert. In Essen ist Kosky ein guter Bekannter, der schon den "Holländer" und den "Tristan" zur Premiere gebracht hat. Ein Porträt.

Albrecht Mayer in der Beethovenhalle

Gern lockt man das Publikum mit berühmten Kompositionen, um es zwischendurch mit einem Werk vertraut zu machen, dem man nicht alle Tage begegnet. So ist auch das Konzertprogramm des Beethoven Orchesters Bonn unter Leitung von GMD Stefan Blunier konzipiert. Anfang und Ende markieren jeweils eine Beethoven-Symphonie (Nr. 1 & Nr. 5).

Vladimir Spivakov dirigiert in der Mercatorhalle im CityPalais

Vladimir Spivakov wäre heute sicherlich immer noch einer der Großen im Violinfach. Ende der 1960er Jahre hatte er drei der bedeutendsten Geigen-Wettbewerbe gewonnen. Doch Spivakov fühlte sich schon früh als Teamplayer. 1979 gründete er mit den „Moskauer Virtuosen“ ein eigenes Kammerorchester.

„Der Gott des Gemetzels“ in Köln

Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" beginnt mit zwei ausgeschlagenen Zähnen. Zwei Elternpaare treffen sich, um den Disput ihrer Söhne zu bereinigen. Es wird zur nicht nur verbalen Zimmerschacht. In Köln inszeniert Intendantin Karin Beier mit vier fabelhaften Darstellern.

Puccinis „Tosca“ an der Deutschen Oper am Rhein

An der Rheinoper wird Dietrich Hilsdorfs dramatische Deutung des Puccini-Hits „Tosca“ wieder gespielt. Seinem Ruf als Meister der Dekonstruktion von Repertoireklassikern wird der Regisseur in seiner Produktion von 2002 besonders gerecht. Der französische Schriftsteller Victorien Sardou brachte seinerzeit das Rezept für einen Publikumserfolg auf die simple, doch wirkungsvolle Formel: “Quäle die Heldin.“

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