„Berlin – Sinfonie der Großstadt“ mit Musik von Mark-Andreas Schlingensiepen
05.07.12 20:00

Wie sich die Zeiten ändern, tun es auch die Sehgewohnheiten. Nachdem der Starkritiker Alfred Kerr 1927 den Stummfilm „Berlin – Sinfonie der Großstadt“ von Walter Ruttmann gesehen hatte, sprach er von einem „Rausch für die Pupille“. Für den Zapper von heute ist der visuelle „Wirbel“ mit 1009 Einstellungen in 60 Minuten und scharf geschnittenen Einzelbildern dagegen Alltag. Zu dem Schwarzweiß-Porträt, das Ruttmann von der Großstadt vom Morgengrauen bis zur abendlichen Varieté-Sause zeichnete, gibt es lediglich eine Klavierfassung der Orchesterpartitur. Der Dirigent und Stummfilm-Experte Mark-Andreas Schlingensiepen hat daraus aber eine rhythmisch agile und bisweilen jazzig-freche Version eingerichtet, die er mit dem Sinfonieorchester Wuppertal vorstellt: parallel zu Ruttmanns Stummfilmklassiker.

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