Es ist das schönste Musiktheater im Revier und kann den prominentesten Architekten vorweisen. Zugleich ist es das künstlerisch anerkannteste Haus und hat den meist gepriesenen Intendanten und Generalmusikdirektor in Personalunion: das Aalto-Musiktheater. Entworfen wurde es in kühnen, asymmetrischen Linien nach Plänen des Finnen Alvar Aalto, der allerdings schon sieben Jahre vor Baubeginn verstarb. Denn die Spanne zwischen Juryspruch und städtischem Entscheid im Jahr 1959 und Fertigstellung 1988 betrug fast drei Jahrzehnte. Der gebürtige Ungar Stefan Soltesz, der zuvor in Braunschweig und Antwerpen gewirkt hatte, erfüllt blendend die alten Kapellmeistertugenden. Sie verbindet er mit Kontinuität und der Einsicht, dass künstlerische Produktion und organisatorische Leitung in einer Hand liegen sollten. Zudem ist Soltesz vehementer kulturpolitischer Streiter für den Erhalt seiner Spielräume. Seit 1997 waltet er seines Amtes und ist mit weit mehr als einem vorzüglichen Richard-Strauss-Zyklus hervorgetreten. Ein Alleinvertretungsanspruch, wie ihn Soltesz praktisch vertritt, ist heikel, aber hier ein Glücksfall für Stadt und Land. Das auch dem Aalto Ballett Heimat gebende Aalto-Musiktheater mit seinem gut 1100 Plätze fassenden Zuschauerraum in Indigoblau kann eine stolze Bilanz vorweisen: hohe Auslastungszahlen, ein Orchester in Bestform, ein beachtliches Sängerensemble und wagemutiges Regietheater mit Namen wie Stefan Herheim, Dietrich Hilsdorf, Barrie Kosky und Hans Neuenfels.
Aalto-Theater | Opernplatz 10 | 45128 Essen
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