1973 – Pina Bausch übernimmt die Ballettsparte in Wuppertal

Als Arno Wüstenhöfer, der Generalintendant der Wuppertaler Bühnen, 1973 die junge Choreografin Pina Bausch fragte, ob sie das Ballett an seinem Haus übernehmen wolle, holte er sich einen Korb. Nein, das traue sie sich nicht zu. Aber Wüstenhöfer war beharrlich und fragte wieder und wieder, bis Pina Bausch antwortete: „Ich kann es ja mal probieren.“ 

Die Tänzerin und Choreografin kam aus Essen von der Folkwang-Schule (heute Hochschule). Hier hatte sie, 1940 in Solingen geboren, schon mit 14 Jahren ihre Tanzausbildung begonnen. Nach der Abschlussprüfung ging sie 1958 mit einem Stipendium des DAAD nach New York, war „special student“ an der Juilliard School of Music und tanzte u.a. an der Metropolitan Opera. 1962 kam sie zurück nach Essen und trat die Nachfolge ihres Lehrers, des legendären Tänzers, Choreografen und Pädagogen Kurt Jooss, an, als Dozentin für Tanz und Leiterin des Folkwang Tanzstudios. Diese Funktion behielt sie bis zu ihrem Tod bei. Auch ihre ersten Choreografien machte Pina Bausch in Essen. 

1973: ein Schicksalsjahr für Pina Bausch – und der Anfang einer weltweiten Tanz-Revolution. Gerade mit dem Förderpreis NRW ausgezeichnet, gründete sie das Tanztheater Wuppertal. Dort machte sie sich mit ihrem Ensemble abseits von klassischem Ballett und Modern Dance auf die Suche nach neuen Ausdrucksformen. Es sollte ein schwerer Weg werden, an dessen Ende der Weltruhm, höchste Anerkennungen und Auszeichnungen für Pina Bausch und ihr Tanztheater standen. 

Das Neue entwickelte sich Schritt für Schritt. Pina Bausch interessierte nicht so sehr, wie der Mensch sich bewegt, sondern was ihn bewegt. Ihre Stücke ohne Vorlage erzählten viele kleine Geschichten von Liebe, Zärtlichkeit, Angst, Sehnsucht, Einsamkeit, Unglück. Die Tänzer tanzten nicht nur, sondern rannten über die Bühne, sprangen an den Wänden hoch, erzählten Witze, absurde Geschichten, schrien, lachten, weinten. Der Boden war bedeckt mit Erde oder Wasser oder Gras, auf der Bühne bewegten sich falsche Nilpferde, Krokodile oder echte Hunde, Artisten, Stuntmen, Zauberer. Bis zu seinem frühen Tod 1980 entwarf Rolf Borzik die Bühnenbilder und Kostüme. 

Zu Beginn waren Publikum, aber auch die Kritiker irritiert und verstört. Unverständnis schlug bei den Zuschauern lange Zeit um in Aggression. Besucher rannten aus der Vorstellung, Türen knallten, Zwischenrufe führten zu tumultartigen Szenen. Später hat Pina Bausch gesagt, dass ihr diese Reaktionen sehr weh getan hätten. Aber sie haben sie nicht davon abhalten können, das zu zeigen, was ihr wichtig war. Niemals habe sie provozieren wollen. 

In den späten 80er Jahren hatte Pina Bausch ihr Publikum dann überzeugt. Über 40 Stücke hat sie herausgebracht. Überall, ob in Wuppertal oder in den Metropolen der Welt: Triumphe. Im Juni 2009 verbeugte sie sich zum letzten Mal auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses nach der Uraufführung ihres letzten Stücks vor dem jubelnden, rituell stehend applaudierenden Publikum: schmal, blass, wie immer schwarz gekleidet, fest im Arm ihrer Tänzerinnen und Tänzer. Pina Bausch starb am 30. Juni 2009.

 

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Pina Bausch

Ein Interview mit der im Juni 2009 verstorbenen Pina Bausch ist eine Rarität. Nach vier Wochen geduldigen Antichambrierens gelang es im September 2004, eine Stunde lang mit der scheuen Choreografin in ihrem Büro zu sprechen.

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Das Folkwang Tanzstudio (FTS), das 1928 von dem legendären Kurt Jooss gegründet wurde, kann auf eine 80jährige wechselvolle Erfolgsgeschichte zurückblicken. Choreografinnen wie Pina Bausch, Susanne Linke, Reinhild Hoffmann, Henrietta Horn und Choreografen wie Urs Dietrich und Mark Sieczkarek haben

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Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

Ben Van Cauwenberghs „Irish Soul” im Aalto-Theater

Die irische Sagenwelt mit ihren Trollen, Gnomen, Zwergen, Elfen und dem Kobold Leprachaun hat Ben Van Cauwenbergh, Ballettchef am Aalto-Theater in Essen, bei einem Segelurlaub so fasziniert, dass er der grünen „Smaragd-Insel“ eine Choreografie widmet.

Die Baumeister-Familie Böhm

Die Böhms sind eine Architekten-Familie aus Köln – fast möchte man sagen: eine Architekten-Dynastie, denn die Männer dieses Hauses sind nun schon in der vierten Generation Baumeister. Der erste berühmte Böhm war Dominikus, er zog aus dem Schwäbischen an den Rhein und errichtete im Westen vor allem zahlreiche Kirchen.

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Diese Halle greift nach den Sternen. Die heutige Düsseldorfer Tonhalle entstand Mitte der 1920er Jahre als Planetarium. Am Rheinufer gelegen, gesäumt von Ausläufern des Hofgartens, eingebettet in den von Wilhelm Kreis entworfenen Ehrenhof-Komplex und in Blickkontakt zur Kunstakademie,

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Willy Fleckhaus

Der Grafiker Willy Fleckhaus erfand mit „twen“ das erste Zeitgeist-Magazin und machte die Buchreihen des Suhrkamp-Verlags zum modernen Klassiker. Seine Karriere begann eher unspektakulär. Zunächst arbeitete er nach dem Krieg als Redakteur bei der Zeitschrift „Fährmann“ und für das gewerkschaftsnahe Jugendmagazin „Aufwärts“. Popkultur sieht irgendwie anders aus.

Museum Folkwang, Essen

Das Museum Folkwang gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Vor allem seine Sammlung der Klassischen Moderne ist einzigartig; Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus aus Hagen begründet, war sie dort ab 1902 zu sehen,

Ben J. Riepe

Anders als viele Tänzer konnte sich Ben J. Riepe über mangelnde Engagements nicht beklagen. Noch während seines Tanz- und Choreografiestudiums an der Folkwang Hochschule engagierte Pina Bausch ihn 2002 für ihr „Frühlingsopfer“.

Klopsztanga – Polen grenzenlos NRW 2012/2013

Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

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In direkter Nachbarschaft zum Aalto-Theater am südlichen Rand der Essener Innenstadt gelegen, hat die Philharmonie Essen unter der Leitung von Dr. Johannes Bultmann in ihrer inzwischen sechsten Saison regelmäßig berühmte Dirigenten, Orchester und Solisten zu Gast: Von den Wiener Philharmonikern über die Dirigenten Lorin Maazel und Kurt Masur bis hin zu namhaften Pianisten wie András Schiff

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Die Essener Lichtburg war und ist Deutschlands größter und wohl auch schönster Filmpalast. Bereits zur Eröffnung 1928 galt das Kino als das modernste in Deutschland. 1943 brannte der Zuschauerraum völlig aus. Der Wiederaufbau im Stil der 50er Jahre machte die Lichtburg zu einem der elegantesten deutschen Filmtheater.

Ballettabend in Essen

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Tom Tykwer

Filmvorführer war der 1965 in Wuppertal geborene Tykwer in jungen Jahren. Später betrieb er ein Kino in Berlin, wo er heute lebt. Tom Tykwer ist ein dem Kino Verfallener und als Cineast ein bedächtiger Erzähler.

Düsseldorfer Schauspielhaus

1905 eröffneten Louise Dumont und Gustav Lindemann an der Karl-Theodor-Straße den Neubau des Düsseldorfer Schauspielhauses. Unter Leitung des kunstsinnigen Paares wurden Anspruch und Geschmack geformt. Es gründete zudem eine Theaterakademie, aus der u.a. Gustaf Gründgens hervorging, späterer

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Die Jahrhunderthalle ist ein Relikt aus jenen Zeiten, als Bochum noch „vor Arbeit ganz grau“ war, wie es der Volksbarde Grönemeyer in der Hymne an seine Stadt singt. Dabei wurde sie zuerst als Ausstellungshalle des „Bochumer Vereins“ für die Gewerbeausstellung 1902 in Düsseldorf errichtet. Ihre stählerne Konstruktion war von Anfang an so geplant, dass man sie komplett demontieren konnte.

Aalto-Musiktheater, Essen

Es ist das schönste Musiktheater im Revier und kann den prominentesten Architekten vorweisen. Zugleich ist es das künstlerisch anerkannteste Haus und hat den meist gepriesenen Intendanten und Generalmusikdirektor in Personalunion: das Aalto-Musiktheater. Entworfen wurde es in kühnen, asymmetrischen Linien nach Plänen des Finnen Alvar Aalto,

Wuppertaler Bühnen

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