Feridun Zaimoglu im Literaturhaus Köln
15.05.12 20:00

Feridun Zaimoglu gehört zu denjenigen Autoren, die ihr Wissen über die Wirklichkeit nicht aus Büchern, sondern aus dem Leben beziehen. In „Kanak Sprak“, 1995 erschienen, versammelte der 1964 im türkischen Bolu geborene Schriftsteller halbfiktive Interviews mit jungen türkischstämmigen Männern am Rande der Gesellschaft, die auf die Frage antworten sollten, wie es sich als „Kanake“ in Deutschland lebe. Positiv umgedeutet sollte so nicht zuletzt auch die Schmähung „Kanake“ werden. Das war Zündstoff im Deutschland der 1990er Jahre, die von Anschlägen auf Asylantenheime geprägt waren.

Mit der Jahrtausendwende erfand sich Zaimoglu, der sich selbst einmal als „Militanzskribent“ tituliert hat, gleichsam neu. Er wandelte sich zum zugleich leisen wie mutigen, sehr emotionalen Erzähler, der seitdem fast jährlich ein neues Buch vorgelegt hat. Mit den Romanen „Leyla“ und „Liebesbrand“ schaffte es der in Kiel lebende Zaimoglu auf die Nominierungslisten des Deutschen Buchpreises.

Zaimoglus neuer Roman „Ruß“ spielt in Duisburg. Um ihn schreiben zu können, hat Zaimoglu immer wieder vor Ort recherchiert und den Duisburgern ihre Geschichten abgelauscht. Erzählt wird die Geschichte von Renz, einem Arzt, der seine Frau Stella durch ein Gewaltverbrechen verloren hat. Danach hat Renz seinen Job an den Nagel gehängt und ist schon ein ganzes Stück vorangekommen auf dem Weg, seinem Leben an der Theke ein Ende zu setzen. Bis sein Schwiergvater ihn aus dem Sumpf des Selbstmitleids zieht. Seitdem betreiben die beiden Männer gemeinsam einen kleinen Kiosk, ein Ankerpunkt für die Gestrandeten des Viertels. Endgültig zurück ins Leben findet Renz, als er hört, dass der Mörder seiner Frau freikommt. Er lässt sich auf einen Deal ein: Ein alter Bekannter verspricht ihm, die Tat zu rächen, wenn Renz sich dafür um dessen zwielichten Halbbruder Josef in Warschau kümmert.

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Ralf Rothmann in „Der andere Buchladen“

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Die „Druckstellen“-Lesetour im Gasometer

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Fritz Eckenga im Spiegelzelt am Dortmunder "U"

Der Mann war Bademeister („Nich’ mittat Eis am Beckenrand! Machse dat zuhause auch!?“), Baumarktleiter, Moderator der „Pop-Ecke“ und einer von zwei betrunkenen, pöbelnden Vertretern an der Hotelbar, die sich nach den gröbsten Beleidigungen wieder konsequent versöhnten: „Nehm wa noch ein? Ja sicha!“. Fritz Eckenga gehörte damit lange zum Musik-Comedy-Ensemble des „Rocktheater N8schicht“;

Fritz Eckenga in den Flottmannhallen

Der Mann war Bademeister („Nich’ mittat Eis am Beckenrand! Machse dat zuhause auch!?“), Baumarktleiter, Moderator der „Pop-Ecke“ und einer von zwei betrunkenen, pöbelnden Vertretern an der Hotelbar, die sich nach den gröbsten Beleidigungen wieder konsequent versöhnten: „Nehm wa noch ein? Ja sicha!“. Fritz Eckenga gehörte damit lange zum Musik-Comedy-Ensemble des „Rocktheater N8schicht“;

John von Düffel im Domforum

„Vom Wasser“, „Houwelandt“, „Hotel Angst“ – oft hat John von Düffel sich in seinen Roman durch die großen Familiengeschichten gefressen, durch Vergangenheit und Zukunft. In seinem neuen Buch ist er ganz auf sich und seinen Beruf konzentriert,

Ralf Rothmann

Der erste Satz ist ja bekanntlich immer am schwersten. Zumindest für Schriftsteller. Ralf Rothmann ist einer der großen Meister des Beginnens. „An dem Tag, an dem mir auffiel, dass es nichts Zufälliges mehr gibt, war die Jugend vorüber.“ So groß, wehmütig und vielversprechend setzte 1991 „Stier“ an, sein erster Roman.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Dortmunder U

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

1985 - Günter Wallraff ist „Ganz unten“

Als der Kölner Schriftsteller und Journalist Günter Wallraff im Oktober 1985 sein neues Buch „Ganz unten“ vorstellt, ist er längst kein Unbekannter mehr. Unbekannt ist er nur, wenn er sich verkleidet, um auf Undercover-Recherche zu gehen.

1996 – Wolfgang Welt schlägt sich als Peter-Weiss-Preisträger vor

Im März 1996 bekommt die damalige Bochumer Kulturdezernentin Post von Wolfgang Welt: „Ich dachte, ich könnte während Leander Haußmanns Intendanz eine ruhige Kugel schieben, aber Pustekuchen."

Ralf Rothmann in der Buchhandlung Napp

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Ralf Rothmann im Medienforum des Bistums Essen

Tiere finden sich ziemlich oft in den Titeln der Bücher von Ralf Rothmann: „Stier“, „Ein Winter unter Hirschen“ oder „Rehe am Meer“. „Shakespeares Hühner“, der Titel seines aktuellen Erzähl-Bandes, ist hingegen eigentlich ein Missverständnis. Gemeint waren die Hünen, aber Fritzi las falsch, weil ihr das Wort unbekannt war. Das Mädchen sollte die Desdemona im Schultheater spielen,

Frank Goosen im Barmer Bahnhof

Sein letztes Buch, eine Kurzgeschichtensammlung, hieß „Radio Heimat“ – und auch in seinem neuen Roman bleibt Frank Goosen auf dieser Frequenz. In „Sommerfest“ kehrt einer zurück; einer, der vor zehn Jahren seine Vergangenheit und Bochum hinter sich gelassen hat, und nach München gegangen ist, wegen seines Berufes als Schauspieler und um möglichst viel Abstand

Ralf König

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Kreuz, das ein bisschen aussieht wie ein christliches Tattoo, hat sich Ralf König im Alter von 12 Jahren auf den Oberarm experimentiert. Kinder, die wie König in einem katholischen Kuhdorf mitten in Westfalen aufgewachsen sind, tragen ihr Kreuz häufig ein Leben lang mit sich herum. Ganz tief in sich drin.

Wuppertaler Literatur Biennale: Abbas Khider in der viertelbar

Mitte der 1990er Jahre saß der 1973 in Bagdad geborene Schriftsteller Abbas Khider knapp zwei Jahre aus „politischen Gründen“ in einem irakischen Gefängnis ein. Danach folgt eine vierjährige Irrfahrt durch mehre Länder, die in einem Passauer Flüchtlingswohnheim endet. Khider wird als politisch Verfolgter anerkannt und bleibt in Deutschland.

Felicitas Hoppe im Literaturhaus

Die 1960 in der Rattenfängerstadt Hameln geborene Felicitas Hoppe zählt zu den wichtigen Schriftstellerinnen ihrer Generation.

Wilhelm Schürmanns "Steinhammer Straße" in der SK Stiftung

Steinhammer Straße in Dortmund – nie gehört? Zugegeben: Es gibt bekanntere Kreativzentren. Aber irgendetwas muss da vor ein paar Jahrzehnten in der Luft gelegen haben.

Die Bude

Es gibt wohl keinen anderen Ort, der so sehr das Ruhrgebiet verkörpert und gleichzeitig sein eigenes Klischee ist. Sicher, auch im Rheinland hat man „Kioske“ und „Trinkhallen“, in Berlin den „Nachtkauf“ und im Frankfurter Raum gar das „Wasserhäuschen“.

Heinrich Böll

„Geboren bin ich in Köln...“: Die lebenslange „Gebundenheit“ an seine Geburtsstadt und das Rheinland hat Heinrich Böll stets als eine Wurzel seines literarischen Schaffens verstanden. Aber die Themen seines Werkes (und bald schon sein Ruhm) reichen weit über die Region hinaus.

Robert Holl & András Schiff in der Philharmonie Köln

„Wenn ich singe, will ich die Zuhörer bezaubern – das Publikum so erreichen, dass es sich verwandelt. Damit die Leute nicht an das denken, was gerade im Büro oder in der U-Bahn passiert ist, sondern bereit sind, sich der Poesie der Lieder zu öffnen.“ Mit diesem Credo hat es der Bass-Bariton Robert Holl zu einem der begehrtesten Opernsänger

Jugendoper „Border“ im Palladium

Im Palladium kam die Jugendoper „Border“ zur Uraufführung aus der Feder des 50-jährigen Komponisten Ludger Vollmer, basiert auf Euripides’ Tragödie „Die Kinder des Herakles“. Vollmers Klangsprache ist eingängig und multikulturell.

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