„11 Freunde“ in der Aula am Aasee
28.04.12 20:00

11 Freunde sind angekündigt, kommen werden aber nur zwei. Philipp Köster und Jens Kirschneck von der Zeitschrift „11 Freunde“, dem „Magazin für Fußballkultur“; quasi die intellektuelle Ersatzbank Fußballdeutschlands. Das Magazin beweist seit dem Jahr 2000, dass Fußballjournalismus nichts mit Hofberichtstattung oder dem Abdrucken öder Tabellen zu tun haben muss und hat sich längst zu einer festen Größe am Kiosk entwickelt.

Neben Kompetenz und dem Hang zu kleinen Provinzvereinen haben die „11 Freunde“ etwas, dass der Heftkonkurrenz bis dato abging: Humor. Dieser ist, nicht nur, mit festen Rubriken im Magazin vertreten. Die Rausschmeisser-Kolumne „Günther Hetzer“, der Gesichtsvergleich „Bei der Geburt getrennt“ (bei dem Mesut Özil zum Enkel Hans Rosenthals wird) oder das hämische wie vorsätzliche Abdrucken alter Fotos vergangener Jahrzehnte inkl. fieser Frisuren, toupierter Spielerfrauen und schrecklichen Wohnzimmerschränken. In der lässigen Frauenfußballbeilage „11 Freundinnen“ zur WM 2011 waren die drei besten Spielerinnen Nordkoreas keine Frauen, sondern der „große Führer“ Kim Jong-Il.

Die Redakteure Philipp Köster und Jens Kirschneck lesen vor und zeigen Filme, berichten von Telefonaten mit Lothar Matthäus oder erzählen, wie es bei den Besuchen des sonntäglichen Fußballfrühschoppens „Doppelpass“ beim dauererregten Udo Lattek war. Die Filme zeigen Klassiker der Fußballkultur wie vergurkte Interviews am Spielfeldrand oder popelnde Bundestrainer.

Jens Kirschneck, geboren 1966 in Minden, ist seit den frühen 90ern Journalist; zuerst beim Bielefelder StadtBlatt, später für die Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau und andere, seit 2005 arbeitet er für „Freunde“. Zudem hat er langjährige Erfahrung als Lesebühnenautor. Philipp Köster, geboren 1972 in Bobingen bei Augsburg, ist Mitbegründer des Arminia Bielefeld-Fanzines „Um halb vier war die Welt noch in Ordnung“ und seit 2000 Chefredakteur des „11 Freunde“. 2010 wurde er vom „Medium Magazin“ zum „Sportjournalisten des Jahres 2010“ gewählt.

empfehlungen der redaktion
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NRW-Forum, Düsseldorf

Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft ist eines der jüngsten Museen des Landes. Es wurde 1998 gegründet und residiert im historischen „Ehrenhof“ nahe des Rheins, in einem 1925/26 von Wilhelm Kreis errichteten baulichen Ensemble gemeinsam mit der Tonhalle und dem museum kunst palast.

Ralf König

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Kreuz, das ein bisschen aussieht wie ein christliches Tattoo, hat sich Ralf König im Alter von 12 Jahren auf den Oberarm experimentiert. Kinder, die wie König in einem katholischen Kuhdorf mitten in Westfalen aufgewachsen sind, tragen ihr Kreuz häufig ein Leben lang mit sich herum. Ganz tief in sich drin.

Ralf Rothmann

Der erste Satz ist ja bekanntlich immer am schwersten. Zumindest für Schriftsteller. Ralf Rothmann ist einer der großen Meister des Beginnens. „An dem Tag, an dem mir auffiel, dass es nichts Zufälliges mehr gibt, war die Jugend vorüber.“ So groß, wehmütig und vielversprechend setzte 1991 „Stier“ an, sein erster Roman.

Walter Moers

Käpt’n Blaubär, "Das kleine Arschloch", Hein Blöd, "Der Fönig", Hildegunst von Mythenmetz oder Adolf, die Nazi-Sau – mit dem Namen Walter Moers verbinden sich viele Gesichter, nur nicht sein eigenes. Der Schriftsteller und Comic-Zeichner lebt und arbeitet zurückgezogen in Hamburg; Pressefotos oder öffentliche Auftritte in Talkshows gibt es nicht. Im Internet kursieren zwei Fotos

Frank Goosen

Als Frank Goosen im Jahr 2000 seinen ersten Roman „Liegen lernen“ veröffentlichte, erschienen in rascher Folge Kritiken, die im Autor „ den deutschen Nick Hornby“ sehen wollte. Mittlerweile hat Goosen solche einfallslosen Betitelungen nicht mehr nötig. Der Name trägt allein.

Frank Schulz im Erholungshaus

Onno Viets hat es nicht leicht, aber eine gute Idee. Zum ersten Mal in seinem Leben. Onno ist Mitte 50, Hartz-IV-Empfänger, Noppensockenträger und ungeschlagener König einer Hamburg-Eppendorfschen Pingpong-Runde und bekennender Nicht-Schwitzer. Er ist so gut wie pleite, hat das Finanzamt im Nacken, den Geburtstag seiner Frau

„The Black Rider“ im Grillo-Theater

Nach dem Umweg über Carl Maria von Webers romantische Oper kehrt die Sage vom Freischütz mit „The Black Rider“ zu ihren Ursprüngen aus Gespensterbüchern zurück. Gemeinsam haben William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson 1989 den düsteren Kern der Legende postmodern fomatiert. Reinhardt Friese treibt das Spiel der Abstraktion und Reduktion mit seiner Essener Bearbeitung am Grillo noch weiter.

„Naked Lenz“ nach Büchner und Cronenberg im Studio

So viel Schein, Trug, Halluzination und Wahn ist selten im Theater. Am Schauspiel Dortmund kombiniert Martin Laberenz’ eine „reale Illusion" frei nach Georg Büchners "Lenz" und David Cronenbergs Film "Naked Lunch" nach dem Burroughs-Roman.

domicil, Dortmund

Das domicil ist das zentrale Forum für zeitgenössischen Jazz und aktuelle Musik im Ruhrgebiet. Auch Weltmusik, ambitionierter Pop oder elektronische Musik stehen hier auf dem Programm. Die Spielstätte im Dortmunder

1987 – Joachim Lottmann erfindet sich als Erfinder der Pop-Literatur

Das Cover ist quietschbunt. Darauf finden sich neben den üblichen Angaben wie Titel (»Mai, Juni, Juli«), Autor (Joachim Lottmann) und Gattungsbezeichnung (Ein Roman) auch ein paar Angaben darüber, was der interessierte Leser auf keinen Fall erwarten sollte.

Harry Rowohlt im Kulturzentrum Klosterkirche

Er trägt das Gesichtshaar lang, ist Autor, Übersetzer, Rezitator und Deutschlands Konsens-Obdachloser in der Lindenstraße. Harry Rowohlt hat über 100 Bücher ins Deutsche übertragen, darunter Frank Mc-Courts’ „Die Asche meiner Mutter“

Götz Alsmann

In Götz Alsmanns Biografie stehen drei Termine dicht beieinander. Da ist der 12. Juli 1957 als Tag seiner Geburt vermerkt, das Jahr 1959 als jenes, in dem die Familie Alsmann einen Fernseher erwirbt, und in der Rubrik 1961 steht folgender Satz: „Götz beschließt, Musiker zu werden oder einen anderen Weg zu finden, ins Fernsehen zu kommen."

Harald Schmidt

Irgendwann vor ein paar Jahren hat Harald Schmidt einen Zustand der intellektuellen Glückseligkeit erreicht, der nur wenigen zugänglich ist. Seitdem ist ihm alles egal. Weil er nichts mehr will, kann er alles wagen. „Was mich interessiert, ist Thema in der Show", sagt er, und so verfährt er dann auch.

Ruhr Museum, Essen

Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

PeterLicht

Ein Mann ohne Gesicht, aber mit einem Lied: „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck!" Das kleine Elektro-Stück fand sich auf einer CD, die dem Musikmagazin „Spex" beigelegt war. Vorher hatte PeterLicht das Stück auf seiner EP „Sechs Lieder" veröffentlicht - unbemerkt von der Öffentlichkeit.

FFT Forum Freies Theater, Düsseldorf

Zwei traditionelle Düsseldorfer Spielstätten, das Juta in der Altstadt und die Kammerspiele in der Jahnstraße, wurden 1999 zum Forum Freies Theater unter einer künstlerischen Leitung zusammengeführt. Ein von der Stadt Düsseldorf und dem Land gestütztes Experiment,

Klopsztanga – Polen grenzenlos NRW 2012/2013

Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

Willy Fleckhaus

Der Grafiker Willy Fleckhaus erfand mit „twen“ das erste Zeitgeist-Magazin und machte die Buchreihen des Suhrkamp-Verlags zum modernen Klassiker. Seine Karriere begann eher unspektakulär. Zunächst arbeitete er nach dem Krieg als Redakteur bei der Zeitschrift „Fährmann“ und für das gewerkschaftsnahe Jugendmagazin „Aufwärts“. Popkultur sieht irgendwie anders aus.

Tino Hanekamp im ARTheater

Nein, in diesem Club steht kein Pferd auf dem Flur wie damals im New Yorker „Club 54“, in dem man in den 70ern auf die Tanzfläche zu reiten pflegte und auch von berghainesken Fetischfantasien ist man weit entfernt. Es ist einfach nur Silvester auf St. Pauli und Oskar Wrobel würde am liebsten nur liegen bleiben. Ihm gehört ein Musikclub in einem alten Krankenhaus

1981 – Kommissar Schimanskis erster Fall: „Duisburg-Ruhrort“

28. Juni 1981, nach der Tagesschau. Erst brettert der legendäre Tatort-Vorspann, vorangetrieben von Klaus Doldingers Saxofon und Udo Lindenbergs Schlagzeug, über den Bildschirm. Danach kurze Stille, bis ein Mann in einem roten T-Shirt ein Radio einschaltet und aus dem Fenster seiner Hochhauswohnung blickt.

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