„Mehr Licht!“ im Ruhrgebiet
15.09.10 bis 24.11.10

„Mehr Licht!“ – das sollen Goethes letzte Worte auf dem Sterbebett gewesen sein, aber Genaues weiß man nicht. Andere Stimmen meinen, dass Goethe wohl eher „Mehr nicht!“ gerufen habe, und einige wenige sind sich sicher, dass der Frankfurter im hessischen Dialekt „Mer liescht hier so schlecht!“ geäußert habe. Aber das titelgebende Licht dieses Literaturfestivals der Ruhr.2010 und dem Literaturbüro Ruhr bezieht sich auch weniger auf sterbende Nationalheilige als auf das Licht des gestirnten Himmels der Aufklärung.

„Man spricht viel von Aufklärung und wünscht mehr Licht. Mein Gott, was hilft aber alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben, oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen“, schrieb Georg Christoph Lichtenberg in seinen Sudelbüchern. Deswegen sollte man bei „Mehr Licht“ nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren aufsperren, denn bei den Lesungen und Gesprächen soll nichts weniger als „die europäische Aufklärung weiter gedacht“ werden.

Den Auftakt macht eine „Kampfabsage“: Ilija Trojanow und Ranjit Hoskoté sprechen mit Hubert Winkels über das Thema „Kulturen bekämpfen sich nicht – sie fließen zusammen“ (15.09./20 Uhr/Museum Bochum). Gerd Scobels Thema ist die „Weisheit. Über das, was uns fehlt“ (17.09./20 Uhr/Neue Galerie Gladbeck), während der Satiriker Wiglaf Droste zusammen mit Danny Dziuk Werke von Georg Christoph Lichtenberg liest und singt(!): „Vom Wahrsagen lässt sich’s wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen“. Droste über die Aktualität des titelgebenden Lichtenberg-Aphorismus: „...ich habe ja Vergnügen an Vernunft und halte beides, Vernunft wie Vergnügen, nicht notwendigerweise für Gegensätze. Während das meiste von dem, was ich in der Zeitung lese, mir tatsächlich erscheint wie aus dem Kaffeesatz gepopelt – radikal ahnungslos, aber dafür mit frecher Blender-Attitüde samt entsprechender Glattlackvisage präsentiert.“ (23.09./20 Uhr/Stadtbücherei Gladbeck, und 24.09./20 Uhr/Stadtmuseum Hattingen-Blankenstein)

Roger Willemsen erzählt in Recklinghausen von den „Enden der Welt“ (28.9./20 Uhr, Ruhrfestspielhaus) und auf der Zeche Carl in Essen improvisieren Thomas Kapielski und Eckhard Koltermann den Abend „Kapielski und Koltermann klären auf.“ (29.09./20 Uhr)

Karen Duve und die philosophische Ein-Mann-Boyband Richard David Precht diskutieren mit dem Literaturkritiker Denis Scheck über Tierethik und Tierrechte (30.09./20 Uhr/Stadtbibliothek Duisburg); und der Lieblingsfeind der Evangelikalen, Richard Dawkins hält in Mülheim a.d. Ruhr einen Vortrag zur Evolutionstheorie: „Die Schöpfungslüge. Warum Darwin recht hat.“ (21.10./20 Uhr/Ringlokschuppen)

Weitere Namen im Programm sind u.a. Günter Grass, Vincent Klink, Robert Menasse, Raoul Schrott.

Das vollständige Programm des Festivals „Mehr Licht!“ findet sich hier.
Ticket-Hotline: 01805/ 15 20 10
www.ruhr2010.de/tickets

empfehlungen der redaktion
25833_thumb
113_thumb
48_thumb
25288_thumb
25287_thumb
172_thumb
152_thumb
140_thumb
314_thumb
161_thumb
110_thumb
20825_thumb
294_thumb
21809_thumb
27141_thumb
27139_thumb
71_thumb
17009_thumb
17062_thumb
27137_thumb

Klopsztanga – Polen grenzenlos NRW 2012/2013

Nordrhein-Westfalen freut sich auf Gäste. Von September 2011 bis Januar 2012 hat sich die Kulturszene NRWs mit dem Projekt „Tam’Tam“ in Polen vorgestellt – zu sehen waren u.a. das Tanztheater Pina Bausch, die Sammlung Werner Nekes oder das fotografische Werk von Wolfgang Tillmanns.

2002 – Ein neues Festival im Ruhrgebiet: Die Ruhrtriennale

„Die Landschaft der Industrie ist das aufgeschlagene Buch der menschlichen Psychologie.“ Diese Feststellung von Karl Marx könnte man auch auf die kontroversen Diskussionen beziehen, ob und wie die Relikte des Industriezeitalters zu verwalten, gestalten und nutzen sind.

Ruhr Museum, Essen

Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Gasometer

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Dortmunder U

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

LehmbruckMuseum, Duisburg

Mitten in einem Park, in der Innenstadt Duisburgs, befindet sich eine einzigartige Sammlung von Skulpturen der Moderne: das LehmbruckMuseum. Beginnend bei Rodin, kann man hier einen bruchlosen Spaziergang durch die Geschichte der modernen Plastik unternehmen,...

Museum Folkwang, Essen

Das Museum Folkwang gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Vor allem seine Sammlung der Klassischen Moderne ist einzigartig; Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus aus Hagen begründet, war sie dort ab 1902 zu sehen,

Konzerthaus Dortmund

Im Jahr 2002 eröffnet, setzte das Konzerthaus Dortmund ein Signal. Zum einen für die Stadt, weil mit dem Bau das vernachlässigte Brück-Viertel aufgewertet werden konnte. Die Transparenz des gläsernen Erdgeschosses holt die Straße herein und

Dauerausstellung des Ruhr Museums in Essen

Das Ruhr Museum ist ohne Vergleich. Denn es müssten sich schon Naturhistorisches und Archäologisches Museum, Historisches Museum, Architekturmuseum und vielleicht auch Heimatmuseum zusammenfinden. Es ist ein "Hybrid-Museum" ...

MKM – Museum Küppersmühle, Duisburg

Bis in die 1970er Jahre lagerte in der „Küppersmühle“ Getreide – seit 1999 ist hier die Kunst heimisch geworden. Die Basler Architekten „Herzog & de Meuron“ haben das ehemalige Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade zu einem Museum für zeitgenössische Kunst umgebaut.

1973 – Pina Bausch übernimmt die Ballettsparte in Wuppertal

Als der Generalintendant der Wuppertaler Bühnen 1973 die junge Choreografin Pina Bausch fragte, ob sie das Ballett an seinem Haus übernehmen wolle, holte er sich zunächst einen Korb. Aber er war beharrlich und fragte wieder und wieder, bis Pina Bausch antwortete: „Ich kann es ja mal probieren.“

Jelineks „Ulrike Maria Stuart“ im Grillo-Theater

Hermann Schmidt-Rahmers Essener Inszenierung von Elfriede Jelineks Königinnen-Drama "Ulrike Maria Stuart", das Schillers Stück und das Trauerspiel der RAF ineinander montiert, spielt mit dem abgründigen Witz und der bitteren Komik des Textes und findet darin die Kapitalismus- und Konsum-Satire.

Aalto-Musiktheater, Essen

Es ist das schönste Musiktheater im Revier und kann den prominentesten Architekten vorweisen. Zugleich ist es das künstlerisch anerkannteste Haus und hat den meist gepriesenen Intendanten und Generalmusikdirektor in Personalunion: das Aalto-Musiktheater. Entworfen wurde es in kühnen, asymmetrischen Linien nach Plänen des Finnen Alvar Aalto,

Fritz Eckenga im Spiegelzelt am Dortmunder "U"

Der Mann war Bademeister („Nich’ mittat Eis am Beckenrand! Machse dat zuhause auch!?“), Baumarktleiter, Moderator der „Pop-Ecke“ und einer von zwei betrunkenen, pöbelnden Vertretern an der Hotelbar, die sich nach den gröbsten Beleidigungen wieder konsequent versöhnten: „Nehm wa noch ein? Ja sicha!“. Fritz Eckenga gehörte damit lange zum Musik-Comedy-Ensemble des „Rocktheater N8schicht“;

Carolin Widmann in der Philharmonie Köln

Schon zu Lebzeiten Robert Schumanns fand sein einziges Violinkonzert nicht die rechte Anerkennung. So blieben alle Bemühungen erfolglos, das d-Moll-Konzert uraufzuführen. Erst 1937 sollte es so weit sein. 1964 machte Henryk Szeryng dann auch auf Schallplatte das Konzert populär

Konrad Junghänel in der Mercatorhalle im CityPalais

Der einzige deutsche Barock-Komponist von Weltrang, der die Alpen überquerte, um sich in Italien auf den musikalisch neuesten Stand zu bringen, war Georg Friedrich Händel. Bach blieb lieber daheim und ließ Kuriere mit den Noten Vivaldis kommen. Auch Telemann entwickelte seinen gemischten Stil

Museum Insel Hombroich, Neuss

Karl Heinrich Müller nannte seine Stiftung Insel Hombroich „einen offenen Versuch“ und ergänzte: „Sie ist kein Muss, sondern ein Darf. Sie ist nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.“

Puccinis „Tosca“ an der Deutschen Oper am Rhein

An der Rheinoper wird Dietrich Hilsdorfs dramatische Deutung des Puccini-Hits „Tosca“ wieder gespielt. Seinem Ruf als Meister der Dekonstruktion von Repertoireklassikern wird der Regisseur in seiner Produktion von 2002 besonders gerecht. Der französische Schriftsteller Victorien Sardou brachte seinerzeit das Rezept für einen Publikumserfolg auf die simple, doch wirkungsvolle Formel: “Quäle die Heldin.“

Ben Van Cauwenberghs „Irish Soul” im Aalto-Theater

Die irische Sagenwelt mit ihren Trollen, Gnomen, Zwergen, Elfen und dem Kobold Leprachaun hat Ben Van Cauwenbergh, Ballettchef am Aalto-Theater in Essen, bei einem Segelurlaub so fasziniert, dass er der grünen „Smaragd-Insel“ eine Choreografie widmet.

Igor Levit in der Historischen Stadthalle

Wenn Musiker durch die Lande reisen, haben sie meistens ein Programm dabei, das nur hier und da nur leicht verändert wird. Nicht so Igor Levit, der inzwischen schon fast hysterisch bewunderte Russe mit Wohnsitz in Hannover. Beim Klavier-Festival Ruhr verblüffte er kürzlich mit zwei höllisch schweren Etüden-Manifesten

Loader

GEMISCHTE TÜTE