Hagen Rether in der Kattwinkelschen Fabrik

„Liebe“. Der Titel des Programms täuscht – gekuschelt wird woanders. Hagen Rether bringt gern mal einen Baseballschläger mit auf die Bühne. Auch verbal geht es in diese Richtung. Wer hier leichte Comedy-Gags über IKEA-Einkäufe oder Merkels Frisur erwartet, ist fehl am Platz. Der zurückhaltende Mann am Klavier ist dermaßen böse, optimistisch-zynisch und hochpolitisch, dass dem Publikum oft das Lachen im Hals stecken bleibt. „Ich denk mir ja nichts aus, das ist ja das Schlimme“ beschreibt der Folkwang-Absolvent seine Version von „Liebe“, dem Titel seines Programms. Rether hat seine Fans gefunden; seine Tourneen sind schnell ausverkauft, ab und an taucht er in Satiresendungen wie „Mitternachtsspitzen“ oder „Neues aus der Anstalt“ auf, um dort gekonnt die Stimmung auf den Nullpunkt zu bringen und das Publikum mit einer kurzen, verbalen Klatsche in die Nacht zu entlassen. Einfache Bespaßung ist seine Sache nicht, er fordert zum Mit- und Selberdenken auf. Das Programm „Liebe“ läuft schon einige Jahre unter diesem Titel, wird aber laufend aktualisiert. Bei aller intellektuellen Schärfe liebt er auch kurze Abstecher ins Deftige. So stellte er schon früh bei einer Autobahnfahrt durch das Ruhrgebiet fest: „Wenn so Essen aussieht, wie sieht dann erst Kotzen aus?“

empfehlungen der redaktion
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Helge Schneider

Man traute seinen Augen kaum: Die „singende Herrentorte“ in der Reichskanzlei! Als er 2007 in Dani Levys Film-Farce „Mein Führer“ ebenjenen verkörpert, löst Helge Schneider das aus, was er immer auslöst: Irritation. Kann er das? Er kann.

Kom(m)ödchen, Düsseldorf

Das Düsseldorfer Kom(m)ödchen ist das dienstälteste Kabarett in Deutschland. Nicht weniger als eine Institution. Begonnen hat alles 1947, als die Gründer Kay und Lore Lorentz das erste Programm unter dem Titel „positiv dagegen…“ im Hinterzimmer einer Düsseldorfer Kneipe vorstellten

Martin Reinls „Pfoten hoch!“ im Gloria Theater

Er ist bei „Zimmer frei!“ im WDR der Mann hinter dem Sofa und gleichzeitig Seele der puscheligen Straßenköter-Puppe „Wiwaldi“, der allsonntäglich die prominenten Gäste in absurde Gespräche verwickelt. Martin Reinl entwirft, baut, spielt und spricht seine Puppen selbst – optisch ist die „Muppets“-Hommage

Martin Reinls „Pfoten hoch!“ im Haus der Springmaus

Er ist bei „Zimmer frei!“ im WDR der Mann hinter dem Sofa und gleichzeitig Seele der puscheligen Straßenköter-Puppe „Wiwaldi“, der allsonntäglich die prominenten Gäste in absurde Gespräche verwickelt. Martin Reinl entwirft, baut, spielt und spricht seine Puppen selbst – optisch ist die „Muppets“-Hommage

Georg Schramm im Pantheon

Dombrowski ist zurück. Nach Jahren in der „Anstalt“ des ZDF an der Seite von Urban Priol ist er aus ebendieser ausgebrochen und steht wieder auf den Bühnen der Republik. „Meister Yodas Ende – Über die Zweckentfremdung der Demenz“ heißt sein neues Programm.

Götz Alsmann

In Götz Alsmanns Biografie stehen drei Termine dicht beieinander. Da ist der 12. Juli 1957 als Tag seiner Geburt vermerkt, das Jahr 1959 als jenes, in dem die Familie Alsmann einen Fernseher erwirbt, und in der Rubrik 1961 steht folgender Satz: „Götz beschließt, Musiker zu werden oder einen anderen Weg zu finden, ins Fernsehen zu kommen."

Harald Schmidt vs. Mozart in der Ruhr-Universität

Vor kurzem hatte es Mozarts kaum bekannter „Schauspieldirektor“ fast in die Abendnachrichten geschafft. Zu lesen und zu hören war, dass der Start einer Aufführungsreihe dieser Musikkomödie wegen mangelnden Publikumsinteresses verschoben werden musste, trotz Harald Schmidt als Zugpferd und Erzähler. Gestopft voll werden dagegen gewiss die zwei Abende

Tina Teubner im Katakomben-Theater

„Aus dem Tagebuch meines Mannes“. Fremde Tagebücher lesen? Das gehört sich nicht. Macht aber deshalb soviel Spaß. Genauso, wie Tina Teubner beim Erzählen und Singen über ihren Mann, ihre Ehe, die Liebe, und sich selbst zuzuhören.

Ruhr Museum, Essen

Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

Harry Rowohlt im Musiktheater im Revier

Er trägt das Gesichtshaar lang, ist Autor, Übersetzer, Rezitator und Deutschlands Konsens-Obdachloser in der Lindenstraße. Harry Rowohlt hat über 100 Bücher ins Deutsche übertragen, darunter Frank Mc-Courts’ „Die Asche meiner Mutter“

Frank Goosen

Als Frank Goosen im Jahr 2000 seinen ersten Roman „Liegen lernen“ veröffentlichte, erschienen in rascher Folge Kritiken, die im Autor „ den deutschen Nick Hornby“ sehen wollte. Mittlerweile hat Goosen solche einfallslosen Betitelungen nicht mehr nötig. Der Name trägt allein.

NRW-Forum, Düsseldorf

Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft ist eines der jüngsten Museen des Landes. Es wurde 1998 gegründet und residiert im historischen „Ehrenhof“ nahe des Rheins, in einem 1925/26 von Wilhelm Kreis errichteten baulichen Ensemble gemeinsam mit der Tonhalle und dem museum kunst palast.

Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal

Der Skulpturenpark Waldfrieden entstand auf Initiative des in Wuppertal lebenden und arbeitenden britischen Künstlers Tony Cragg. Das Grundstück des Anwesens gehörte ursprünglich dem Unternehmer und Kunstmäzen Kurt Herberts,

Kunstquartier, Hagen

Nachdem Hagen 1922 Karl Ernst Osthaus’ bedeutende Sammlung von Werken der Klassischen Moderne an Essen verloren hatte, geriet die Stadt an der Volme für Jahrzehnte ins museumspolitische Abseits. Seit Mitte 2009, mit der Eröffnung des Hagener Kunstquartier,

Hape Kerkeling

In der Düsseldorfer Bahnhofsgegend wohnt ein Mann namens Hurtz. Von seinem Balkon kann er auf die Fenster eines Studios schauen, in dem häufiger mal Komiker ihr Unwesen treiben. Manchmal schauen diese Komiker auch zurück, und dann lassen sie sich inspirieren von den Menschen, die da zugucken.

Theater Oberhausen

Das Theater Oberhausen steht am Will-Quadflieg-Platz. Damit ist gleichzeitig eine Tradition benannt. 1920 gegründet und mit wechselnder Geschichte (mal reines Sprechtheater, Opern- und Operettenbühne, klassisches Drei-Sparten-Theater und als „theater im pott“ Kinder- und Jugendtheater), wurde das „Neue Haus“ 1949 als erstes Theatergebäude

Deutsche Oper am Rhein

Die Deutsche Oper am Rhein ist ein Musterfall und ein gelungenes Beispiel einer Theater-Ehe zwischen ungleichen Partnern. Seit 1956 gilt das Prinzip Solidarität zwischen Düsseldorf und dem finanziell schwächeren Duisburg. Die Gemeinschaft, austariert im Verhältnis

Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf

1848 gegründet, dürfte der Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten einer der ältesten seiner Art in Deutschland sein. Im Besitz des Malkasten – und damit autonom in Künstlerhand – sind das Jacobihaus mit Gesellschaftsräumen und Archiv, in dem Quellen zur Geschichte der bildenden Kunst gesammelt

Max Ernst Museum, Brühl

Am Bahnhof Brühl erfolgt bereits der Hinweis, dass sich die Stadt als Max-Ernst-Stadt definiert. Das war nicht immer so, das Verhältnis von Künstler und Heimatort war lange von Distanz und Ablehnung geprägt. Gewiss hat das Max Ernst Museum diese Versöhnung gestiftet. Im September 2005

1962 – Oberhausener Manifest

Es war Vatermord. Korrekter: Opa-Mord. Eine symbolische Handlung also, der Taten folgen sollten. Am 28. Februar 1962, während der achten Westdeutschen Kurzfilmtage in Oberhausen, bekannte sich eine Gruppe junger Filmregisseure zu ihrem Anspruch, den "neuen deutschen Film zu schaffen".

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