„Liebe“. Der Titel des Programms täuscht – gekuschelt wird woanders. Hagen Rether bringt gern mal einen Baseballschläger mit auf die Bühne. Auch verbal geht es in diese Richtung. Wer hier leichte Comedy-Gags über IKEA-Einkäufe oder Merkels Frisur erwartet, ist fehl am Platz. Der zurückhaltende Mann am Klavier ist dermaßen böse, optimistisch-zynisch und hochpolitisch, dass dem Publikum oft das Lachen im Hals stecken bleibt. „Ich denk mir ja nichts aus, das ist ja das Schlimme“ beschreibt der Folkwang-Absolvent seine Version von „Liebe“, dem Titel seines Programms. Rether hat seine Fans gefunden; seine Tourneen sind schnell ausverkauft, ab und an taucht er in Satiresendungen wie „Mitternachtsspitzen“ oder „Neues aus der Anstalt“ auf, um dort gekonnt die Stimmung auf den Nullpunkt zu bringen und das Publikum mit einer kurzen, verbalen Klatsche in die Nacht zu entlassen. Einfache Bespaßung ist seine Sache nicht, er fordert zum Mit- und Selberdenken auf. Das Programm „Liebe“ läuft schon einige Jahre unter diesem Titel, wird aber laufend aktualisiert. Bei aller intellektuellen Schärfe liebt er auch kurze Abstecher ins Deftige. So stellte er schon früh bei einer Autobahnfahrt durch das Ruhrgebiet fest: „Wenn so Essen aussieht, wie sieht dann erst Kotzen aus?“
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