Georg Schramm im Maximilianpark
19.09.12 20:00

Dombrowski ist zurück.  Nach Jahren in der „Anstalt“ des ZDF an der Seite von Urban Priol ist er aus ebendieser ausgebrochen und steht wieder auf den Bühnen der Republik. „Meister Yodas Ende – Über die Zweckentfremdung der Demenz“ heißt sein neues Programm. Georg Schramm ist der verbitterte und desillusionierte Rentner Lothar Dombrowski, der eine Botschaft unter die Menschen bringen will, da „für tatenloses Grübeln der globale Niedergang schon zu weit fortgeschritten ist.“ Dombrowski sucht Mitstreiter für die gute Sache unter Gleichgesinnten und Altersgenossen, „die nicht mehr viel zu erwarten haben“, und die wie er, „lieber im Blitzlicht der Öffentlichkeit scheitern, als gehorsam bis zum kläglichen Ende im Pflegeheim dahin dämmern.“ Ein Satz aus Schillers „Wallensteins Tod“ hat den Rentner aufbrechen lassen. Und zwar die letzten Worte, bevor Wallenstein sein Schwert gürtet und in die Schlacht zieht: „Komm, lass die Sterne, Seni, der Morgen naht und Mars regiert die Stunde.“

Schramms letztes Programm trug den Titel „Thomas Bernhard hätte geschossen“. Betont schlechtgelaunt geht es auch in „Meister Yodas Ende“ weiter – es gibt nichts bis wenig zu lachen. Die Lage ist zu ernst, um Witzchen über die sexuelle Abendgestaltung von amtierenden Außenministern zu machen. Schramm geht es in seinen Bühnenfiguren um nichts weniger als Aufklärung. „10 Deutsche sind bekanntlich blöder als 5 Deutsche“ hat Heiner Müller mal bemerkt. Georg Schramm miesepetert sehenswert vor Publikum, das bald merkt, dass das alles irgendwann nicht mehr lustig ist. Damit steht Schramm in einer Reihe mit seinem österreichischen Kollegen Josef Hader, bei dem man sich ebenfalls mehr in einem Theatermonolog als in einem Kabarettprogramm wähnt. Wahrscheinlich wird Schramm neben dem Hauptcharakter Dombrowski auch seine andere Figuren zu Wort kommen lassen, wie den alten, übriggebliebenen, hessischen Sozialdemokraten und Gewerkschafter August und den schneidig-jovialen Presseoffizier Oberstleutnant Sanftleben. Als Sanftleben hielt er in „Neues aus der Anstalt“ (ZDF) eine Trauerrede für die toten deutschen Soldaten in Afghanistan, die eigentlich die verantwortlichen Politiker hätten halten sollen, und die bewies: Schramm kann auch leise. Aber nie zu lange, denn dann pöbelt Dombrowski mit hanseatischen Akzent Sätze wie diesen ins Publikum: „Man kann ja nicht jedes Jahr zwei Wolkenkratzer einäschern, nur damit die Spaßgesellschaft mal ihre Klappe hält!“

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Georg Schramm im Audimax der RWTH

Dombrowski ist zurück. Nach Jahren in der „Anstalt“ des ZDF an der Seite von Urban Priol ist er aus ebendieser ausgebrochen und steht wieder auf den Bühnen der Republik. „Meister Yodas Ende – Über die Zweckentfremdung der Demenz“ heißt sein neues Programm.

Kom(m)ödchen, Düsseldorf

Das Düsseldorfer Kom(m)ödchen ist das dienstälteste Kabarett in Deutschland. Nicht weniger als eine Institution. Begonnen hat alles 1947, als die Gründer Kay und Lore Lorentz das erste Programm unter dem Titel „positiv dagegen…“ im Hinterzimmer einer Düsseldorfer Kneipe vorstellten

Wilfried Schmickler im Senftöpfchen

Drei Jahrzehnte auf Kabarett-Tour durch Deutschland: zuerst mit den legendären „Matsche, Wörks und Pullrich“, dann im „3Gestirn“ und seit 2002 als Solist. Er gehört zum Stammpersonal der „Mitternachtsspitzen“, jeden Montag um kurz vor 11 stellt er

Helge Schneider

Man traute seinen Augen kaum: Die „singende Herrentorte“ in der Reichskanzlei! Als er 2007 in Dani Levys Film-Farce „Mein Führer“ ebenjenen verkörpert, löst Helge Schneider das aus, was er immer auslöst: Irritation. Kann er das? Er kann.

Max Goldt im Stadttheater

Ob „Klofußumpuschelung“ oder „Rohlingsspindel“ – Max Goldt hat Erfahrung mit „sprachlichem Ungeziefer“ und breitet die ganze schreckliche Schönheit verunglückter Grammatik und abseitigen Wortbaus aus.

Max Goldt im Zakk

Ob „Klofußumpuschelung“ oder „Rohlingsspindel“ – Max Goldt hat Erfahrung mit „sprachlichem Ungeziefer“ und breitet die ganze schreckliche Schönheit verunglückter Grammatik und abseitigen Wortbaus aus.

Martin Reinls „Pfoten hoch!“ im Haus der Springmaus

Er ist bei „Zimmer frei!“ im WDR der Mann hinter dem Sofa und gleichzeitig Seele der puscheligen Straßenköter-Puppe „Wiwaldi“, der allsonntäglich die prominenten Gäste in absurde Gespräche verwickelt. Martin Reinl entwirft, baut, spielt und spricht seine Puppen selbst – optisch ist die „Muppets“-Hommage

Abschiedstour: René Mariks "KasperPop" in der Stadthalle

Dieser Maulwurf hat es nicht leicht: Er ist blind, hat einen schlimmen Sprachfehler und kam in René Mariks früherem Programm „Autschn!“ in tragischer Weise ums Leben. Aber: Er lebt! Merkwürdigerweise. Und stürzt sich mit dem Kermit-Verschnitt Falkenhorst,

Christine Prayon im Bürgerhaus Stollwerck

Wer mit dem Namen Christine Prayon nichts anfangen kann, der schaltet vielleicht bei „Birte Schneider“ und „heute-show“. Im satirischen Wochenrückblick des ZDF spielt Prayon die Außenreporterin und „Fundamental-Realistin“ Birte Schneider; wunderbar genervt von ihrem Job und der Welt, aus der sie berichtet. Zur Distanzwahrung wird während der Schalte der Moderator

Martin Reinls „Pfoten hoch!“ im Gloria Theater

Er ist bei „Zimmer frei!“ im WDR der Mann hinter dem Sofa und gleichzeitig Seele der puscheligen Straßenköter-Puppe „Wiwaldi“, der allsonntäglich die prominenten Gäste in absurde Gespräche verwickelt. Martin Reinl entwirft, baut, spielt und spricht seine Puppen selbst – optisch ist die „Muppets“-Hommage

Hanns Dieter Hüsch

„Tach zusammen. Wie isset? Jut? Hauptsache!“ Das war lange Hanns Dieter Hüschs Eingangsritual. Harmlos klang das und pustete doch den Weg ins Ohr des geneigten Zuhörers frei. So unspektakulär schlich sich das selbsternannte schwarze Schaf vom Niederrhein an, um leisen Rat zu verabreichen.

2000 – Hanns Dieter Hüsch verlässt die Bühne

Die Krankheit hatte bereits Spuren hinterlassen, als sich Hanns Dieter Hüsch im Jahr 2000 nochmals eine Tournee zumutete. Es waren Abschiedsvorstellungen mit dem programmatischen Titel „Wir sehen uns wieder“ und die Zuschauer erlebten einen

Die „Druckstellen“-Lesetour im Dortmunder U

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Die „Druckstellen“-Lesetour im Gasometer

„Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht“ – diese Zeilen aus einem Text der Rapper „RAG“ (Ruhrpott AG) waren das Thema des 2. Ruhrgebietsliteraturwettbewerbs. Die Resonanz war groß, 165 Texte wurden eingeschickt, und das nicht nur aus dem Ruhrgebiet selbst, sondern auch aus Wien, Hamburg, Berlin Leipzig und Neukirchen-Vluyn.

Judith Schalansky in der Stadtbibliothek

Inge Lohmark ist Lehrerin in Deutschlands östlichster Provinz, Sport und Bio. Um sie herum Pubertätssumpf, Kollegenzwistigkeiten, Eheödnis, Kleinstadtmief. Auch das Auto versagt immer wieder. Den Zumutungen des Lebens begegnet Lohmark mit der Harke ihrer Profession: dem Evolutionsbiologismus. Unter dessen ordnenden Zinken fügt sich unangenehmes Sozialverhalten zu den Mustern genetisch vorbestimmter Reizreaktion,

Götz Alsmann

In Götz Alsmanns Biografie stehen drei Termine dicht beieinander. Da ist der 12. Juli 1957 als Tag seiner Geburt vermerkt, das Jahr 1959 als jenes, in dem die Familie Alsmann einen Fernseher erwirbt, und in der Rubrik 1961 steht folgender Satz: „Götz beschließt, Musiker zu werden oder einen anderen Weg zu finden, ins Fernsehen zu kommen."

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Helge Timmerbergs „African Queen“ in der Thalia-Buchhandlung Bonn

Vielleicht hätte er einfach zu Hause bleiben sollen. Der Mann, der gefühlt schon überall auf der Welt gewesen ist; Verfasser von Büchern und Reisereportagen sowie gebürtiger Ostwestfale, war mal wieder unterwegs. Er hat sich reinquatschen lassen in dieses Abenteuer, fühlt sich eigentlich „überreist“ – wenn da nicht Lisa wäre, seine „African Queen“,

Ruhr Museum, Essen

Das Ruhr Museum zeigt mit über 6.000 Exponaten die Geschichte des Ruhrgebiets im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. In dem komplexen Übertagegebäude auf Schacht XII folgt der Besucher dem Weg der Kohle und steigt in die Geschichte hinab. Die ehemalige Kohlenwäsche wurde vom Architekten Rem Koolhaas umgebaut und ist über eine orangefarbene Rolltreppe erreichbar.

Ralf König

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Kreuz, das ein bisschen aussieht wie ein christliches Tattoo, hat sich Ralf König im Alter von 12 Jahren auf den Oberarm experimentiert. Kinder, die wie König in einem katholischen Kuhdorf mitten in Westfalen aufgewachsen sind, tragen ihr Kreuz häufig ein Leben lang mit sich herum. Ganz tief in sich drin.

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GEMISCHTE TÜTE