Georg Klein in Düsseldorf

Georg Klein ist ein literarischer Spätstarter. Als 1998 sein erster Roman, „Libidissi“, erschien, war Klein bereits 45 Jahre alt. Danach ging es dann ganz schnell: der gebürtige Augsburger legte fünf Prosabände nach und sicherte sich mit seiner anspruchsvoll suggestiven Phantastik die Aufmerksamkeit der Kritik und eine hartnäckige Klein-Fangemeinde. Dass da ein ganz Großer debütierte, erkannte auch die Jury des Brüder-Grimm-Preises der Stadt Hanau, die Klein 1999 auszeichnete. Wer, wenn nicht dieser postmoderne Märchenerzähler hätte diese Anerkennung sonst verdient? Ein Jahr später sollte der Ingeborg-Bachmann-Preis folgen für einen Auszug aus dem Roman „Barbar Rosa“.

Seitdem gilt Klein als literarisches Schwergewicht. Euphorisch sind die Kritiken, doch das ganz große Publikum blieb Klein bislang verwehrt. Das wird jetzt wohl anders werden: Im März wurde Klein der Preis der Leipziger Buchmesse für seinen neuen „Roman unserer Kindheit“ zugesprochen – und das ist ja auch eine abverkaufsfördernde Maßnahme. Keine Frage: Georg Klein hat es verdient. Denn im „Roman unserer Kindheit“ fährt er in der ihm eigenen, überbordenden Manier ganz groß auf: Schauplatz dieser morbiden Schauergeschichte ist ein Arbeiterviertel im Nordwesten von Augsburg, in dem in den 1960er Jahren eine Kinderbande umher streift. Wahn und Wirklichkeit werden souverän ineinander projiziert in diesem Abenteuerroman, der sich grotesk auswächst, bevölkert von Dämonen und Gummibären, einem weissagende Sittichzüchter, dem Fehlharmoniker und Kriegsveteranen eines Panzerbataillons.

empfehlungen der redaktion
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Heine-Haus, Düsseldorf

Wahrscheinlich würde es Heinrich Heine „ganz wunderlich zu Mute“, wenn er sehen könnte, wie sich die Straße seiner Kindheit zur Kneipen- und Amüsiermeile gewandelt hat. 1797 wurde Heine im Hinterhaus der Bolker Straße 53 geboren.

Synagoge Stommeln, Pulheim

Die Synagoge im Pulheimer Ortsteil Stommeln (Rhein-Erft-Kreis) ist eine der wenigen Synagogen in Deutschland, die die Reichspogromnacht 1938 unbeschadet überlebten – ein Jahr zuvor war sie unter dem Druck der antisemitischen Atmosphäre an einen Landwirt verkauft worden, der sie als Scheune nutzte. Seit 1991 dient der 1882

Mark Sieczkarek in der Folkwang Universität

„Drops of rain in perfect days of June“ bedeutete für Mark Sieczkarek den Durchbruch. Mit dem elegischen Tanzpoem verarbeitete der schottische Choreograf den Tod seines Lebenspartners. Der brasilianische Schriftsteller Caique Ferreira starb an Aids.

Ben J. Riepe

Anders als viele Tänzer konnte sich Ben J. Riepe über mangelnde Engagements nicht beklagen. Noch während seines Tanz- und Choreografiestudiums an der Folkwang Hochschule engagierte Pina Bausch ihn 2002 für ihr „Frühlingsopfer“.

Jo Fabians „Es brennt" im FFT

Jo Fabian hat für sein Projekt Thomas Manns epochale Erzählung "Mario und der Zauberer" nicht im klassischen Sinne adaptiert. Sein Ansatz geht weiter und zugleich tiefer. Er schlägt einen Bogen zu den Surrealisten...

Konrad Klapheck

Wenn es um das Unheimliche geht oder um eine gegenständliche Malerei, die sich mit keiner anderen vergleichen lässt, dann ist Konrad Klapheck gemeint. Ein Meister, der alle Moden überlebt, weil er nie einer angehört hat. Eine Ausnahmeerscheinung, zu Lebzeiten bereits Klassiker.

Julia Stoschek Collection, Düsseldorf

Hinter diesen Mauern im schmucken Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel hat sich schon vielerlei ereignet. Nach industrieller Nutzung wie der Herstellung von Theaterausstattung, Maschinenteilen, Leuchtmitteln, Damenkorsagen, Matratzen

Salon des Amateurs, Düsseldorf

Von außen könnte man den Salon des Amateurs für das Museumscafé der Düsseldorfer Kunsthalle halten. Aber er ist und bietet mehr: eine Mischung aus Café, Bar, Musik-Club und Kultur-Ort – eine Art „öffentliches Wohnzimmer“.

Folkwang Tanzstudio, Essen

Das Folkwang Tanzstudio (FTS), das 1928 von dem legendären Kurt Jooss gegründet wurde, kann auf eine 80jährige wechselvolle Erfolgsgeschichte zurückblicken. Choreografinnen wie Pina Bausch, Susanne Linke, Reinhild Hoffmann, Henrietta Horn und Choreografen wie Urs Dietrich und Mark Sieczkarek haben

Joseph Beuys

Joseph Beuys, am 12. Mai 1921 in Krefeld geboren und in Kleve und Kranenburg aufgewachsen, ist der Utopist des 20. Jahrhunderts. Er wollte die Welt durch Kunst erlösen und forderte die kreative Mitgestaltung der Gesellschaft ein.

Christoph Schlingensief

„Ich mag ein begnadeter Selbstdarsteller sein, aber ich stelle mich nicht selber dar, sondern ich stelle etwas dar. Ich habe in allen meinen Filmen selber Rollen vorgespielt. Ich stelle also noch nicht mal Christoph Schlingensief dar, weil ich in Wirklichkeit gar nicht der Christoph Schlingensief bin, den alle meinen.“

Düsseldorfer Schauspielhaus

1905 eröffneten Louise Dumont und Gustav Lindemann an der Karl-Theodor-Straße den Neubau des Düsseldorfer Schauspielhauses. Unter Leitung des kunstsinnigen Paares wurden Anspruch und Geschmack geformt. Es gründete zudem eine Theaterakademie, aus der u.a. Gustaf Gründgens hervorging, späterer

Europäisches Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen, Straelen

Am 10. Januar 1978 wurde das „Europäische Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen e. V.“ unter der Schirmherrschaft von Samuel Beckett, Heinrich Böll, Max Frisch, Robert Minder und Mario Wandruszka im niederrheinischen Straelen eröffnet. Hier finden jährlich etwa 750 Gäste aus aller Welt ideale Arbeitsbedingungen vor

Ulrike Haage im Bunker Ulmenwall

Bekannt geworden ist Ulrike Haage als Keyboarderin der Pop-Band Rainbirds. Im Jahr ihres Einstiegs, 1989, hatte Haage bereits eine bewegte Jazz-Vergangenheit hinter sich. Als Pianistin der Frauen-Bigband „Reichlich weiblich“ und als Mitbegründerin der Avantgarde-Jazzrock-Band Vladimir Estragon.

Judith Schalansky im Kunsthaus Alte Mühle

Inge Lohmark ist Lehrerin in Deutschlands östlichster Provinz, Sport und Bio. Um sie herum Pubertätssumpf, Kollegenzwistigkeiten, Eheödnis, Kleinstadtmief. Auch das Auto versagt immer wieder. Den Zumutungen des Lebens begegnet Lohmark mit der Harke ihrer Profession: dem Evolutionsbiologismus. Unter dessen ordnenden Zinken fügt sich unangenehmes Sozialverhalten zu den Mustern genetisch vorbestimmter Reizreaktion,

Museum / Galerie DKM, Duisburg

Das DKM ist ein privates Kunstmuseum im zentralen Duisburger Dell-Viertel. Es entstand auf Initiative der beiden Bauunternehmer Dirk Krämer und Klaus Maas (daher der Name), die sich ein Haus für ihre Sammlung wünschten. 2009 fertiggestellt, ist das Museum

Mischa Kuball

Auch wenn er sich selbst nicht als Lichtkünstler bezeichnet, ist das helle Medium, sind LED Glühlampen, Dia-Projektoren, Hochleistungsscheinwerfer und andere Lichtbringer das bevorzugte Arbeitsmaterial des Düsseldorfer Konzeptkünstlers Mischa Kuball.

Susanne Linke

Susanne Linke gehört zur Gründergeneration des deutschen Tanztheaters. Gleichzeitig ist sie eine der letzten großen Solistinnen in der Tradition des deutschen Ausdruckstanzes. Wie keine andere Künstlerin hat sie das Erbe von Mary Wigman und Kurt Jooss in eine zeitgenössische Form über- und weitergeführt.

Samir Akika

Psychologen würden bei Samir Akika vermutlich ein Peter-Pan-Syndrom diagnostizieren. Der Franzose mit algerischem Hintergrund, Jahrgang 1967, hat die Vierzig überschritten, doch in seinem Werk zelebriert er unbeirrt die Jugend- und Subkultur.

Markus Lüpertz

Markus Lüpertz wird wegen seines Auftretens und Lebensstils gern als Malerfürst bezeichnet. Seine Jugend war allerdings alles andere als aristokratisch. Am 25. April 1941 wurde er im böhmischen Liberec geboren. Die Familie floh 1948 in den Westen nach Rheydt.

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