Vor dreißig Jahren ging in Bonn ein Beben durch die Streichquartett-Gattung. Am 2. Juni 1980 hob das LaSalle-Quartett beim Beethovenfest Luigi Nonos „Fragmente – Stille, An Diotima“ aus der Taufe. Mit der von Beethoven ausgeliehenen Vortragsbezeichnung „Mit innigster Empfindung“ mussten die Musiker in zerbrechlich-intime Klangwelten vordringen, die Nono in der Partitur mit Hölderlin-Zitaten unterlegt hatte. Damals war der Aufschrei bei denjenigen groß, die Nono auch wegen seines klassenkämpferischen Engagements bewunderten. Doch Nono reagierte gelassen: „Ich habe mich keinesfalls verändert…Ich will die große, aufrührerische Aussage mit kleinsten Mitteln“. Heute gehört das Stück zu den Meilensteinen der Neuen Musik –gespielt wird es, neben Werken von Ockeghem, Verdi und Beethoven, beim Beethovenfest vom Minguet Quartett.
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